
Don Bosco Sozialwerk mit Florian-Kuntner-Preis ausgezeichnet
Am 27. März 2026 wurde in Wien der Florian-Kuntner-Preis für weltkirchliche Partnerschaft und Entwicklungszusammenarbeit vergeben. Erzbischof Josef Grünwidl, der die Preisübergabe vornahm, würdigte das außergewöhnliche Engagement der insgesamt neun prämierten Initiativen.
Insgesamt neun Projekte wurden am 27. März 2026 mit dem Florian-Kuntner-Preis ausgezeichnet.
Don Bosco Sozialwerk: Projekt „(un)sichtbar“
In der Kategorie „Junges Engagement“ erhielt das Don Bosco Sozialwerk in Wien den Florian-Kuntner-Preis für das Projekt „(un)sichtbar“. Es widmet sich der politischen Teilhabe junger Menschen – unabhängig davon, ob sie wahlberechtigt sind oder nicht. In Interviews vor einem Greenscreen äußerten Jugendliche ihre persönlichen Erfahrungen, Meinungen und Gefühle zu Demokratie und Politik. Dabei handelte es sich um junge Menschen aus Jugendzentren, von stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, sowie ukrainische Vertriebene. Die entstandenen Videos wurden so bearbeitet, dass nur Kleidung und Körpersprache sichtbar bleiben. Die Videos wurden über Social Media und Partnerorganisationen geteilt, um Dialog, Reflexion und Austausch zu fördern. Den Abschluss des Projekts bildete ein Fest mit Filmpräsentation und Diskussionen zwischen Jugendlichen und Politikern.
Erzbischof Josef Grünwidl und Lukas Manzenreiter vom Don Bosco Sozialwerk
Weiterer salesianischer Schwerpunkt
Den Festvortrag bei der Preisverleihung hielt Thomas Zobernig, Geschäftsführer des offenen Kinder und Jugendzentrums „Sale für Alle“ im Salesianum Wien. Er stellte die Arbeit des Zentrums vor, das vor allem von Kindern aus einkommensschwachen Familien und mit Migrationshintergrund besucht wird und in dem sie eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Unterstützung beim Lernen und in ihren Talenten und Fähigkeiten gefördert werden. Diese Arbeit sei nur durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen im Team möglich, sagte Zobernig. Die gemeinsame Arbeit stifte Identität und Gemeinschaft, nötig sei freilich, die Ehrenamtlichen auch in die Entscheidungen miteinzubeziehen. Das gelte nicht nur für das Jugendzentrum, sondern für alle Projekte, die vor allem von Ehrenamtlichen getragen werden.
Thomas Zobernig, Geschäftsführer des offenen Kinder und Jugendzentrums „Sale für Alle“ in Wien, hielt den Festvortrag bei der Preisverleihung.
Florian-Kuntner-Preis
Am 30. März jährt sich zum 32. Mal der Todestag des Wiener Weihbischofs Florian Kuntner, der für sein entschlossenes und konsequentes Eintreten für Frieden und globale Solidarität bekannt war. Er wurde am 22. März 1933 in Kirchberg am Wechsel (NÖ) geboren. Nach der Priesterweihe 1957 wurde er 1962 Pfarrer von Piesting, 1971 Propstpfarrer in Wiener Neustadt und danach Bischofsvikar für das neu gegründete Vikariat unter dem Wienerwald mit Sitz in Wiener Neustadt. 1977 wurde Kuntner gemeinsam mit Helmut Krätzl von Kardinal Franz König zum Bischof geweiht.
Als Bischofsvikar „für alle Anliegen der Mission und Entwicklungshilfe in der Erzdiözese Wien“, Referatsbischof für Weltkirche, Mission und Entwicklungshilfe in der Österreichischen Bischofskonferenz und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (Missio) war es Kuntner ein großes Anliegen, globale Gerechtigkeit und partnerschaftliche Beziehungen zu den Kirchen des globalen Südens zu fördern. Nach einer seiner vielen Reisen – um in persönlichen Begegnungen die Solidarität mit Ortskirchen im Süden zum Ausdruck zu bringen, erlag Kuntner erst 61-jährig einer Tropenkrankheit. Er wurde in der Domherrengruft von St. Stephan in Wien bestattet.
Der Florian-Kuntner-Preis wird alle zwei Jahre von der Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit der Erzdiözese Wien ausgelobt, 2026 bereits zum zwölften Mal. Das Preisgeld beträgt insgesamt 18.000 Euro. Benannt sind die Preise nach dem 1994 verstorbenen Wiener „Weltkirche- und Friedensbischof“ Florian Kuntner.
(c) Erzdiözese Wien/Schönlaub

