
Hochrangige kirchliche Delegation auf Solidaritätsbesuch im Heiligen Land
Eine Delegation der Österreichischen Ordenskonferenz und der Initiative Christlicher Orient (ICO) unter der Leitung von Sr. Franziska Madl und Sr. Christine Rod besuchte in der vergangenen Woche Jerusalem, Bethlehem und Nazareth. Mit dabei waren auch Abt Reinhold Dessl, P. Laurentius Resch und der Provinzial der Salesianer Don Boscos P. Siegfried M. Kettner SDB.
Ziel der Reise war die Begegnung mit den Christinnen und Christen vor Ort sowie mit jüdischen Organisationen, die sich für Versöhnung und Gerechtigkeit einsetzen. Auf dem Programm standen unter anderem Treffen mit dem Lateinischen Patriarchen Pierbattista Pizzaballa, der Caritas Jerusalem und den Mönchen der Dormitio-Abtei sowie Besuche kirchlicher Schulen und christlicher Betriebe in Bethlehem.
Wie Orden im Heiligen Land Hoffnung und Zukunft vermitteln
Christinnen und Christen sind im Heiligen Land mit rund 180.000 Menschen eine kleine Minderheit. Bildung gilt als Schlüssel, damit sie bleiben und Perspektiven entwickeln können. Ein Beispiel ist die Schule der Salvatorianerinnen in Nazareth, die 2024 als beste Schule Israels ausgezeichnet wurde. Rund 1.500 Schülerinnen und Schüler werden dort in Arabisch, Hebräisch und Englisch unterrichtet. Neben hoher fachlicher Qualität prägen christliche Werte den Alltag. Direktor Awni Bathish betont: Ohne solche Schulen würden viele Familien auswandern – Bildung stärke Glauben und Zukunftschancen.
Ähnlich sieht man es an der Schmidt-Schule in Jerusalem, die trotz Krieg, Wirtschaftskrise und Lehrkräftemangel Perspektiven für junge Frauen schaffen will. Insgesamt sind im Heiligen Land zahlreiche Männer- und Frauenorden tätig. Ihr Bleiben verstehen sie als bewusstes Zeichen der Solidarität – auch angesichts von Gewalt, finanziellen Einbußen und politischen Spannungen.
Im Westjordanland führen Ordensfrauen in Qubeibeh das Pflegeheim „Beit Emmaus“, das christlichen und muslimischen Frauen Schutz und Betreuung bietet. Trotz schwieriger Erreichbarkeit durch Checkpoints ist es ein wichtiger sozialer Anker und Arbeitgeber in der Region. Gebet und Gemeinschaft gehören wesentlich zum Alltag.
Salesianer-Bäckerei in Bethlehem
In Bethlehem betreiben die Salesianer Don Boscos eine traditionsreiche Bäckerei, die täglich arme Familien kostenlos mit Brot versorgt – selbst in Zeiten von Krieg und Ausgangssperren. Zudem führen sie eine technische Schule, die seit 1967 rund 30.000 junge Menschen ausgebildet hat und damit konkrete Zukunftsperspektiven schafft.

P. Siegfried Kettner in der Bäckerei in Bethlehem
Jerusalem zeigt das spannungsreiche Zusammenleben der Religionen wie kaum ein anderer Ort. Die Reise einer österreichischen Ordensdelegation machte deutlich: Die Herausforderungen sind groß, doch ebenso groß ist die Entschlossenheit vieler Ordensleute, durch Bildung, soziale Arbeit und gelebten Glauben Hoffnung zu geben und zum Frieden beizutragen.
(red)

