
Pfarrer P. Hermann Sandberger predigte bei 70er-Fest von Erzbischof Lackner
Anlässlich des 70. Geburtstags von Erzbischof Franz Lackner am 14. Juli würdigte der Amstettner Salesianerpater Hermann Sandberger seinen langjährigen Weggefährten, den Salzburger Erzbischof und Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Franz Lackner, bei einem Festgottesdienst in St. Leonhard (Bundesland Salzburg) mit persönlichen Erinnerungen und großer Dankbarkeit. Der Salzburger Erzbischof lud zwei Tage lang enge Weggefährten – darunter neben Pater Sandberger auch Univ.-Prof. Clemens Sedmak – ein.
Dabei blickte der Amstettner Pfarrer Sandberger nicht nur auf eine jahrzehntelange gemeinsame Geschichte zurück, sondern zeichnete auch das Bild eines Menschen, dessen Leben und Wirken von Glauben, Aufrichtigkeit und Bescheidenheit geprägt sind.
Die Verbundenheit der beiden reicht bis ins Jahr 1979 zurück. Bis 1984 waren sie gemeinsam in der Klasse und maturierten zusammen. Aus dieser Zeit entwickelte sich eine Freundschaft, die bis heute Bestand hat und den Worten von Pater Sandberger eine besondere persönliche Tiefe verleiht. Hermann Sandberger wurde danach Salesianer Don Boscos, Franz Lackner schloss sich dem Franziskanerorden an.
Im Mittelpunkt seiner Würdigung stellte er drei Eigenschaften, die Erzbischof Lackner nach seiner Überzeugung besonders auszeichnen: seine tiefe Gottesverbundenheit, seine Ehrlichkeit und seinen Humor.
Als Erstes hob Pater Sandberger die Gottesverbundenheit des Jubilars hervor. Schon als junger Ordensmann habe Erzbischof Lackner intensiv nach Gott gesucht und sich mit den großen geistlichen Fragen beschäftigt. Diese Suche sei bis heute lebendig geblieben. Gerade in einer Zeit, in der kirchliche Verantwortung oft von organisatorischen und gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt sei, gelinge es ihm, die tägliche Beziehung zu Christus zu pflegen und die Gottesfrage wachzuhalten. Darin liege die Grundlage seines Wirkens als Priester, Ordensmann und Erzbischof.
Ebenso würdigte Salesianerpater Sandberger die Ehrlichkeit seines langjährigen Weggefährten. Er beschrieb Erzbischof Lackner als einen Menschen mit einem offenen Herzen, der stets klar und aufrichtig seine Überzeugungen vertrete. Diese Authentizität zeige sich sowohl in Predigten und Interviews als auch im persönlichen Gespräch. Wer mit ihm ins Gespräch komme, spüre seine Offenheit und seine Bereitschaft zuzuhören.
Ein weiteres prägendes Merkmal sei sein Humor. Bereits in jungen Jahren habe Erzbischof Lackner andere zum Lachen bringen können – auch über sich selbst. Dieser feine, sympathische Humor habe sich bis heute erhalten und schaffe eine Atmosphäre der Herzlichkeit und Nähe. Menschen fühlten sich in seiner Gegenwart angenommen und wohl.
Besonders eindrucksvoll verband Pater Sandberger seine persönlichen Erinnerungen mit geistlichen Impulsen. Das Wort Johannes des Täufers – „Er muss wachsen, ich aber kleiner werden“ – bezeichnete er als ein Leitmotiv, das das Leben von Erzbischof Lackner treffend zusammenfasse. Ebenso erinnerte er an das biblische Bild vom Weizenkorn und an das Wirken des heiligen Don Boscos – dem Ordensgründer der Salesianer -, der den Einsatz für die jungen Menschen und das Heil der Seelen zum Ausdruck bringt. Diese geistlichen Leitlinien hätten das Leben und den Dienst des Jubilars entscheidend geprägt.
Zum Abschluss seiner Würdigung richtete Pater Sandberger den Blick nach vorne. Die Zahl 70 sei in der Bibel ein Symbol der Fülle und der Reife. Zugleich bedeute sie keineswegs das Ende eines Lebensweges. Vielmehr wünsche er Erzbischof Lackner Gesundheit, Hoffnung und Gottes reichen Segen für die kommenden Jahre. Hoffnung bedeute, so schloss Pater Sandberger seine Ansprache, mit Zuversicht in die Zukunft zu gehen – im Vertrauen darauf, dass „das Beste noch kommt“.

