Anbetungstag in Amstetten: Erinnerung an dunklen 20. März 1945
Kirchen waren meist keine direkten Angriffsziele. Häufig lagen militärische Anlagen in der Nähe oder sie dienten Piloten als Orientierungspunkte.
Am 20. März 1945 wurde Amstetten von schweren Bombenangriffen heimgesucht, bei denen viele Menschen starben. Darunter waren dutzende KZ-Häftlinge, die wegen Aufräumarbeiten aus dem damaligen Konzentrationslager Mauthausen in die Mostviertler Stadt gebracht worden waren. Man verwehrte ihnen den Zugang zu den Luftschutzbunkern, etliche wurden regelrecht „zerfetzt und hingen in den Bäumen“, erinnern sich Zeitzeugen.
Als die letzten Flieger den Himmel über der Stadt verließen, schlugen die letzten Bomben ein. Eine davon traf auch den Mitteltrakt der Kirche neben den Türmen. Verletzte hat es zum Glück nicht gegeben. Die Kirche und mit ihr die Totenglocke waren jedoch zerstört. An dem Tag, als die meisten Menschen in Amstetten starben und man sie am meisten benötigte, war sie verstummt. Die Reste der Totenglocke aus dem zerstörten Turm der Herz Jesu-Kirche wurden Jahre später gefunden und wieder zusammengefügt. Sie befinden sich heute in dem Teil der Kirche, der damals von der Bombe besonders zerstört wurde und sind ein Mahnmal gegen Tod und Zerstörung.
Der Wiederaufbau der zerstörten Kirchen war nach Kriegsende schwierig, da Baumaterial und Arbeitskräfte fehlten. Vorrang hatte zunächst die Schaffung von Wohnraum für die Bevölkerung. Dennoch wurden die beschädigten Gotteshäuser in den folgenden Jahren Schritt für Schritt wiederhergestellt.
Am Freitag, 20. März, findet in der Amstettner Herz Jesu-Kirche zwischen 8.15 und 9 Uhr eine Anbetungsstunde statt, die dem Frieden gewidmet ist.

