Die Perlen des Rosenkranzes

Don Bosco bekannte in seiner Autobiographie: „Meine Mutter lehrte mich die Gebete, als ich noch klein war. Sobald ich in der Lage war, ließ sie mich zusammen mit meinen Brüdern morgens und abends hinknien, und alle gemeinsam beteten wir"

Teil 3 der Serie über das Leben des heiligen Johannes Bosco (1815-1888)

„Wann hat Don Bosco eigentlich gebetet?“, wurde einmal gefragt, angesichts der vielen Aktivitäten des „Workaholics“, als der der umtriebige Priester, Pädagoge und Sozialarbeiter tätig war. Die Antwort ist Kennern der Geschichte Don Boscos klar und fällt kurz aus: Wann hat er nicht gebetet! Eine besondere Bedeutung hatte für ihn der Rosenkranz.

Der Rosenkranz - ein ständiger Begleiter
Langsam ließ Mama Margareta den Rosenkranz mit den großen Holzperlen durch ihre müden Finger gleiten. Im schwachen Schein einer Lampe kniete sie mit ihren drei Buben auf dem harten Holzboden der Küche. Der kleine Giovanni stützte seine Ellbogen an einem Stuhl auf. So geschah dies jeden Abend.

Der Rosenkranz begleitete Don Bosco sein ganzes Leben hindurch, von seiner Kindheit in Becchi bis ans Sterbebett in Turin-Valdocco. In Situationen, da er wichtige Entscheidungen zu treffen hatte, vertraute er auf die Macht dieses Gebetes, das für ihn allzeit eine Quelle der Kraft und des Trostes war.

Dank- und Bittgebet
Als er 1846 sein Oratorium von einer Friedhofswiese in einen angemieteten Schuppen verlegen konnte, schrieb er: „Von innerer Dankbarkeit getrieben und um der heiligen Jungfrau zu danken, die unsere Gebete erhört hatte, knieten wir uns ein letztes Mal auf diese Wiese und beteten gemeinsam den Rosenkranz“. Doch kaum war der Pinardischuppen bezogen, erkrankte Don Bosco schwer. Seine Buben bangten um sein Leben. „Einige legten ein Gelübde ab, den ganzen Rosenkranz einen vollen Monat lang zu beten, einige ein Jahr lang und einige ihr Leben lang… Und Gott erhörte sie“. Im Herbst konnte er gesund zu seinen Rabauken nach Turin zurückkehren.

In seinen beiden Schriften Il giovane provveduto und Il mese di maggio beschrieb der sogenannte „Bubenkönig“ in jugendgemäßer Form die theologische Bedeutung des Rosenkranzgebetes und betonte seine Schönheit und Notwendigkeit. Zur damaligen Zeit war es offizielle liturgische Praxis, den Rosenkranz während der heiligen Messe zu beten. Auch bei Don Bosco war dies gängige Praxis, die in den Salesianerhäusern bis in die Zeit des II. Vatikanischen Konzils fortgeführt wurde.

Der Rosenkranz ist eines der meditativsten Gebete
Für die Salesianer und die Don Bosco Schwestern ist das tägliche Rosenkranzgebet in der jeweiligen Ordensregel verankert. „Wir verehren Maria, die Unbefleckte und Helferin, vertrauensvoll und innig. Täglich beten wir den Rosenkranz und feiern die marianischen Feste, um uns zu einer überzeugteren und persönlicheren Verehrung anzuspornen“, lesen wir in den Konstitutionen der Salesianer.

Der Rosenkranz ist eines der meditativsten Gebete, die wir kennen. In seinem Mittelpunkt steht das Christusgeheimnis. Er trägt den Charakter des Verweilens. Er ist kein Weg, sondern ein Raum; er hat kein Ziel, sondern eine Tiefe. Darin zu verweilen, tut gut. Wer ihn richtig beten will, muss sich Zeit dafür nehmen, absichtslos und still werden.

Die Wiederholungen führen nicht zu einer Oberflächlichkeit des Betens, sondern zu einer Vertiefung. Ist denn nicht die Wiederholung ein Element allen Lebens? Das Klopfen des Herzens, der Rhythmus des Atmens, der Kreislauf des Blutes erinnern uns, dass unser Dasein von Wechsel und Wiederkehr geordnet und getragen ist. Auch unser geistliches Leben. In den Monaten Mai und Oktober sind wir besonders zum täglichen Rosenkranzgebet eingeladen.

 

(Pater Josef Weber SDB)

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …