Winklarner Sternsinger königlich empfangen

Ein Lokalaugenschein in der Salesianer-Pfarre Winklarn.
Die Winklarner Sternsinger Jana, Paul, Markus und Samuel mit ihrem Begleiter Karl Wurzer

Vom königlichen Empfang bis zu einem „Nein, ich schlafe noch …“ – so erleben die Sternsinger ihre Besuche in den Haushalten.

Jana, Markus, Samuel und Paul machen sich frühmorgens auf, um sich im Pfarrhof umzuziehen und sich als Heilige Drei Könige und Stern-Darsteller fesch zu machen. Fünf Gruppen besuchen am 5. Jänner alle Winklarner Haushalte, um Segenswünsche zu bringen und für Menschen in Not zu sammeln. Pfarrer P. Leopold Muttenthaler segnet sie bevor, bevor sie in die Eiseskälte entschwinden. Das Sternsingen sei eine Win-Win-Situation, so P. Leopold: „Viele Menschen freuen sich auf ihr Kommen, es wird für arme Menschen gesammelt und die Kinder haben meist viel Spaß und lernen, sich für andere einzusetzen.“ Auch Jana, Markus, Samuel und Paul wissen ganz genau, dass das Geld für 500 Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika eingesetzt wird, Schwerpunktland der aktuellen Aktion ist Tansania. Rund eine Million Menschen kann damit unterstützt werden.

Begleitet werden Kaspar, Melchior und Balthasar von Karl Wurzer, der sie immer wieder motivieren sollte: „Ach, das eine Haus schaffen wir noch.“ Oder: „Hmmm, leider niemand zu Hause.“ Dann spekulieren die Sternsinger, warum denn niemand da ist: Schlafen die noch? Arbeiten die schon? Sollen wir nochmals herkommen? Grundsätzlich rennt der Schmäh, die vier Kinder sprühen geradezu vor Lebensfreude. Bei den meisten Haushalten wird ein besonderes Angebot gerne angenommen: Atmosphäre mittels Schwingen des Weihrauch-Kessels.

Bei manchen Häusern – gerade in bäuerlich geprägten Gebieten - dauert es länger, bis die Schüler mit ihren Gedichten und Liedern beginnen können. Denn da wird es als kleines Fest zelebriert und alle Familienmitglieder versammeln sich, um den Auftritt zu hören. Die Sternsinger sind gerade für ältere Menschen und Familien mit Kleinkindern ganz, ganz wichtig: Manche rufen enttäuscht in der Pfarre an, wenn sie die Heiligen Drei Könige verpasst haben.

Ein Tipp: Sternsinger freuen sich über Einladungen in die Wohnungen, über Kekse, Heiße Schokolade oder eine Limonade. Gerade wenn das Wetter eiskalt ist und die Wege beschwerlich sind. Und zur Erinnerung: Die Kinder und Jugendlichen und ihre Begleiter gehen wie 85.000 Sternsinger österreichweit ehrenamtlich von Haus zu Haus.

Große Haufen an Süßigkeiten

Die vier Winklarner Sternsinger wollten für den Ortsteil ein gutes Ergebnis erzielen, aber sie freuten sich auch über kleinste Gaben. Denn ihnen ist klar, dass manche Bewohner oder Jungfamilien nicht viel haben und vielleicht Kredite laufen haben. Dazu schenken viele den Sternsingern Süßigkeiten. In ländlich geprägten Ortsteilen nehmen „Profi-Sternsinger“ Sackerl mit, weil sie traditionell riesige Haufen an Schleckereien oder Chips einheimsen. Jana, Paul, Samuel und Markus gingen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Erschöpft freuen sie sich auf die Verteilung der Beute: Hochzufrieden sind sie über ihren Süßigkeiten-Berg. Und beim Geldergebnis wissen sie: Sie haben alles getan, damit armen Menschen geholfen wird und jeder Euro zählt.

Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, sorgt für den kompetenten Einsatz der Spendengelder. Die Finanzen werden jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfer/innen kontrolliert. Das „Spendengütesiegel“ garantiert Transparenz und objektive Sicherheit bei der Spendenabwicklung. Das wissen die Menschen, deshalb spenden sie gerne für die Sternsinger. Im Vorjahr waren es allein im Bezirk Amstetten 265.423,68 Euro.

(Wolfgang Zarl)

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …