weltkirche.tagung 2018

Das Missionsreferat der Ordensgemeinschaften Österreichs lud zur Tagung

Die Don Bosco Mission Austria nahm von 20. bis 21. Juli bei der Weltkirche Tagung 2018 zum Thema „Ernährungsgerechtigkeit - auf dem Weg zur globalen Tischgemeinschaft" in Lambach teil.

Veranstaltet wurde die Tagung vom Missionsreferat der Ordensgemeinschaften Österreichs, von der KOO und der MIVA  in Zusammenarbeit mit Hilfswerken und einzelnen Ordensgemeinschaften. Ein weiteres Mal setzte man sich mit der wegweisenden Enzyklika „Laudato si" von Papst Franziskus auseinander und versuchte, im Sinne der Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung, Alternativen zur bestehenden und neue Wege zu einer nachhaltigen Ökologie aufzuzeigen.

Nach der feierlichen Eröffnung durch Mag. Franz Hochreiner, Direktor des ABZ Lambach, folgte eine Grußbotschaft von Frauenorden-Präsidentin Sr. Beatrix Mayerhofer, in Vertretung vorgetragen von Sr. Michaela-Pfeiffer-Vogl, die den französischen Philosophen Jean Ziegler zitierte: „Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind – und das auf einem Planeten, der reich ist“. Der Vorsitzende der Männerorden Abt em. Christian Haidinger betonte in seiner Grußbotschaft, dass der Blick heuer, ausgehend von Laudato si, auf die Thematik der Ernährungsgerechtigkeit gelegt werde und dass, „jeder etwas dazu beitragen kann“.

Mit seinem Referat „Ernährung gründet auf Rechten und nicht auf Geschäften“  machte Martin Mayr darauf aufmerksam, dass „Ernährungsgerechtigkeit ein Menschenrecht“ ist. Der aus Windischgarsten stammende Diakon lebt und arbeitet seit 1991 als Entwicklungshelfer in der nordwestbrasilianischen Diözese Barreiras, wo er sich vor allem in der Projektarbeit zum Thema Ernährungsgerechtigkeit und Umweltschutz engagiert.

Im Naturraum „Cerrado“, wo das Agrobusiness mit monokultureller Bewirtschaftung heftig expandiert, passierte in den vergangenen Jahren ein katastrophaler Wandel. Der hohe Wasserbrauch und die riesigen Abholzungsflächen führten dazu, dass der Großteil der Tier- und Pflanzenwelt eliminiert wurde. Die ursprüngliche Bevölkerung, indigene Kleinbauern, wurden rücksichtslos vertrieben. Und alles unter dem Argument der globalen Agrarunternehmen, es brauche diese Model der Bewirtschaftung, weil die Weltbevölkerung beständig wachse und ernährt werden müsse.

Fassade ABZ Lambach

Am Nachmittag berichtete Sigrun Zwanzger, stellvertretende Geschäftsführerin des Welthauses Graz, im Gespräch mit KOO-Geschäftsführerin Anja Appel über die Landrecht-Problematik in Tanzania.

„Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt“, erzählte Sigrun Zwanzger. Das Land ist mit 57,3 Millionen Einwohnern das nach Bevölkerung fünftgrößte Land Afrikas; es ist von der Landfläche 11 Mal so groß wie Österreich. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Historisch bedingt gehört den Menschen aber nicht das Land, das sie bewirtschaften, sondern ist in Besitz des Staates.

Zwar gibt es Regierungs- wie auch bi- oder multilaterale Programme, aber: „Sie dienen nicht der Verbesserung der Lebensbedingungen der Kleinbauern, sondern nutzen vor allem Investoren, die auf agroindustrielle Landwirtschaft setzen“, so Sigrun Zwanzger.

Eine gemeinsame Eucharistiefeier und der anschließende Begegnungsabend in der MIVA in Stadl Paura ließen den ersten Tag besinnlich und entspannt ausklingen.

Der Samstag begann mit einem Impuls von Markus Büker. Der Theologe stellte die Frage: „Was hindert uns eigentlich daran, den Wandel zur Ernährungsgerechtigkeit durchzuführen?“ Sein Impuls eröffnete den Samstagvormittag zu weiteren Arbeitskreisen zu verschiedenen Themen rund um Ernährungsgerechtigkeit.

Der anschließende Vortrag von Markus Büker zum Thema „Jeder Mensch hat ein Recht auf gutes Essen“ versuchte Antworten auf vielen Ebenen zu geben. „Das Sterben der Hungernden ist nur der besonders sichtbare Teil der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen.“ 

Der Referent nahm Bezug auf Papst Franziskus‘ Enzyklika Laudato si, wo Ernährung bewusst in Kontext von Armut und Umweltzerstörung gesetzt wird. Hunger muss in Zusammenhang mit Ressourcenverbrauch, Klimawandel, mit der Art und Weise, wie Regierung und Demokratie stattfindet, gesetzt werden. Und wir müssen die Probleme in einer globalen Zusammenarbeit lösen!

"Die ökologische Umkehr, die gefordert ist, um eine Dynamik nachhaltiger Veränderung zu schaffen, ist eine gemeinschaftliche Umkehr." (Papst Franziskus, Laudato si', Nr. 219)

(Brigitte Sonnberger, Don Bosco Mission Austria)

Br. Günter Mayer SDB mit Brigitte Sonnberger.

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …