Wo und wie wollen wir leben?

Das Thema bei der Jugendkonferenz und Don Bosco Forum in Bonn.

Zwischen dem 19. und 25. Jänner 2015 fand die internationale Don Bosco Jugendkonferenz 2015 in Bonn statt. Aus Österreich nahm ein Team bestehend aus Jasmin Güngör (Finanzreferentin Jugend Eine Welt, 27), Michael Suntinger (Zivildiener Katholische Jugend, 19), Christoph Salinger (Schüler des Don Bosco Gymnasiums Unterwaltersdorf, 17), Philipp Wagenhofer (Schüler des Don Bosco Gymnasiums Unterwaltersdorf, 17) und Paul Zeugswetter (Schüler des Don Bosco Gymnasiums Unterwaltersdorf, 17) teil.

43 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, vier TrainerInnen und Mitglieder der Don Bosco Mission in Bonn kamen aus acht Ländern (Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Tschechien, Montenegro, Palästina und Ägypten) zusammen, um sich folgender Frage zu widmen: „ What’s the world we want to live in?“ Im Rahmen des Programms fanden Diskussionen rund um Themen wie politische Partizipation, Multikulturalität etc. statt. Darüber hinausgehend beschäftigen sich die TeilnehmerInnen der Konferenz mit kreativen Übungen, Spielen und Tänzen.

Am 24. Jänner wurde die Jugendkonferenz auch zum Don Bosco Forum 2015 eingeladen. Das Kernanliegen war vor allem die Schaffung einer offenen Welt, in der Grenzen und Barrieren abgebaut und Solidarität gelebt wird.

Die Welt können wir nur mit Jugendlichen retten. Darüber waren sich Politiker, Kirchenträger, junge Menschen aus aller Welt und mehr als 600 Gäste beim Don Bosco Forum einig. Friedrich Kitschelt, Staatsekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), stellte heraus: "Dort wo Regierungen die Menschen von der Partizipation ausschließen, wo Korruption herrscht und Zivilgesellschaft sich nicht mehr entfalten darf, können wir keine Partnerschaft auf Regierungsebene eingehen. Aber wir dürfen die Menschen nicht im Stich lassen. Dort müssen und wollen wir mit nichtstaatlichen Organisationen (NRO) und Kirchen zusammenarbeiten."

Sein Gesprächspartner Bruder Jean Paul Muller, Generalökonom der Salesianer Don Boscos in Rom, lenkte den Blick auf eine oft vergessene Zielgruppe moderner Entwicklungsarbeit: die jungen Menschen. Die Gestaltung einer gerechten Welt sei Alltag für viele Engagierte weltweit. "In diesem Alltag sind die Jugendlichen unser Motor und Potential. Wir müssen ihnen und ihren Fähigkeiten vertrauen", forderte Muller. Die Entscheidungsträger müssten sich ständig hinterfragen, ob sie der Jugend genügend Raum geben, um an der Gestaltung der Einen Welt tatsächlich partizipieren zu können.

Diesen Raum zum Dialog und zur Partizipation bot das Don Bosco Forum. Die Teilnehmer einer internationalen Jugendkonferenz gestalteten weite Teile des Programms. Mit einem eindrucksvollen Bühnenbild drückten sie ihre Wünsche für eine gerechte Zukunft aus. Co-Moderatorin Rosi (26) befragte die Teilnehmer der Jugendkonferenz Jasmin (27) aus Österreich und Nikola (18) aus Montenegro nach ihren Zukunftsvisionen. Sie konfrontierten Redner und Publikum mit ihrer – oft ganz anderen – Sicht der Dinge und forderten eine "Welt ohne Grenzen". Fuad (24) aus Palästina berichtete davon, wie es ist, wenn man für ein Stück Brot lange Schlange stehen muss. Und das nur weil das Mehl auf der anderen Seite der Mauer nicht durchgelassen wird.

Nach einer sehr intensiven und interessanten Woche konnten viele Freundschaften geschlossen werden. Die Teilnahme an der Jugendkonferenz war eine schöne und lehrreiche Erfahrung. 

SJB/Don Bosco mondo

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