Weihnachten führt uns zum Exodus

Der junge Salesianer Bonaventure Ifeanyi Ughonu schenkt uns diese Gedanken zu Weihnachten.

Das Lied „So this is Christmas“ von Celine Dion berührt mich immer, wenn ich es höre, besonders der Teil „and what have you done“.

Ich habe darüber nachgedacht und denke, dass Weihnachten uns bewegen sollte, etwas zu tun. Diese Bewegung nenne ich Exodus. Unsere Beziehung mit Gott ist voll von Exodus und deshalb auch Weihnachten.

Werfen wir zunächst einen Blick ins Alte Testament und lesen wir, wie Gott Abraham in die Fremde gesandt und später durch Mose die Israeliten aus der Sklaverei herausgezogen hat. So steht in Gen 12,1-2: „Der Herr sprach zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen […]“. Eine ähnliche Stelle finden wir in Exodus 3, 6-8: „[Gott sprach:] Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtet sich, Gott anzuschauen. Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne sein Leid. Ich bin herabgestiegen, um es der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinauszuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen[…].“

Abraham wurde in ein neues Land gesandt. Dort sollte er das Volk Gottes begründen. Auch Mose hat auf die Stimme Gottes gehört und ist so zum verheißenen Land gelangt. Viele Propheten mussten zu den Fremden gehen. Aus diesem Grund finde ich, dass die Weihnachtsgeschichte ein Exodus-Erlebnis ist. Die Menschwerdung Christi ist ein Wunder und ein Geheimnis. Und sie ist ein Exodus aus dem Himmel zur Erde, weil Gott uns retten will. Er ist barmherzig und liebevoll, deswegen ist er zu uns gekommen, um uns zu retten, so wie er damals die Israeliten gerettet hat.

Aber Weihnachten fordert auch uns zu einem Exodus auf, um unsere Geborgenheit für die Armen und Fremden aufzugeben. Das verlangt Mitgefühl, so wie es Gott mit den Ärmsten hat. Es ist vollkommen klar, dass wir mit unseren Familien und Freunden feiern sollten. Aber der Jesus, den wir feiern, wartet auch auf uns in denen, die nichts und niemand zum Feiern haben.

Bist du bereit, heuer – wie Jesus – einen Exodus zu machen und zu den anderen zu gehen, zu den Nachbarn, zu den Obdachlosen und zu den Jugendlichen auf der Straße?

Gesegnete Weihnachten!

(Fotos: Kathbild.at. Das Weihnachtsbild stammt aus der Kapelle im Provinzialat der Salesianer Don Boscos in Wien)

Das Weinachtslied von Celine Dion: REINHÖREN

Bonaventure Ifeanyi Ughonu SDB (30) stammt aus Nigeria und lebt seit 2017 in der Ausbildungsgemeinschaft im Salesianum in Wien Neuerdberg. Foto: Lisa Trauer

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