Wege der Hoffnung

Seit 25 Jahren organisiert Helmut Asenbauer mit Salesianerpater Siegfried M. Müller eine Fußwallfahrt vom Don Bosco Haus nach Mariazell.

Jubiläumswallfahrt von Wien nach Mariazell

29. August bis 2. September 2018
Bereits zum 25. Mal führt die Fußwallfahrt vom Wiener Don Bosco Haus nach Mariazell. Die Kosten liegen bei rund 200 EUR je nach Nächtigungsquartier. Die persönliche Verpflegung ist extra zu bezahlen. Eine Spende für den Begleitbus wird erbeten.
Anmeldung bis 1. August: helmut.asenbauer@gmx.at und Telefon: +43 1 879 33 44

„Gelobt sei Jesus Christus!“, das ist der erste Gruß eines Pilgers am Ende des Wallfahrerweges in Mariazell, den ich höre. Eine Plattitüde, ein Zeichen traditioneller Glaubenspraxis oder einfach Ausdruck tiefer Dankbarkeit? Während der vergangenen vier langen Tage zu Fuß habe ich Zeit gehabt, nachzudenken, aber auch Zeit zum Zuhören, zum Hören und auch um zu danken.

Verlässlicher geistlicher Begleiter ist Pater Siegfried Müller SDB. Der Salesianer war selbst einige Jahre Direktor im Don Bosco Haus, aber auch jetzt bleibt er der Wallfahrt treu. „Jeder trägt einiges mit sich im Gepäck“, weiß Pater Müller. Ruhig, unglaublich diszipliniert bahnt er sich seinen Weg. Seine Ungeduld merkt man ihm nur an, wenn er gerne weitergehen möchte, die Gruppe aber manchmal deutlich langsamer ist. 

Viel Geduld beweist auch Christoph Putz von den Salesianischen Mitarbeitern. Der 24-jährige feiert während der Wallfahrt nicht nur seinen Geburtstag, er ist viel mehr der Chauffeur des Begleitbusses. Eine wichtige Aufgabe für die Gruppe. Christoph fährt auf den Landstraßen zwischen den Quartieren und Pausenstationen unermüdlich hin und her. Er nimmt einzelne Pilger mit, die eine Pause brauchen oder einlegen. Er immer freundlich und gelassen und trägt sogar die Koffer in die Zimmer.

Er ist dabei Helmut Asenbauer eine große Stütze. Helmut ist die Seele der Wallfahrt. Gleich zu Beginn schlägt er vor, dass wir einander alle duzen, versucht alle Wünsche und Begehrlichkeiten zu erfüllen. Es ist nicht immer einfach für ihn, aber als routinierte Pilger weiß er, dass am Ende alles gut ausgeht und das Ziel in Mariazell erreicht wird. Helmut kennt praktisch jeden Stock und Stein auf dem Weg, ebenso wie sein Freund Rüdiger. Geführt von den erfahrenen Wallfahrern werden fast alle Wege gefunden.

Von den Höhen und Tiefen der Landschaft geht es während der langen Strecken in den Gesprächen auch um die des Lebens. Ja, beim Pilgern kommt man ins reden. Ich sehe die strahlenden Augen der jungen Ehefrau, die mir von den lustigen Begegnungen mit ihrem Mann erzählt. Wir sprechen über gescheiterte Beziehungen, über schwierige Familienbande und Krankheiten, über Glaubensfragen oder auch über den Umgang in der Arbeit, der für die eine oder andere schon belastend sein kann. 

Wallfahren heißt beten mit den Füßen
Pater Müller sieht sein Mitpilgern als seine Aufgabe als Seelsorger, denn für ihn heißt Wallfahren beten mit den Füßen. Die Tage werden mit dem Morgenlob begonnen. Täglich feiert die Gruppe Gottesdienst. Auf den „Engel des Herrn“, das Gebet zur Mittagsstunde, wird ebenfalls nicht vergessen. Und auf manchen Wegstrecken lädt Pater Müller dazu ein, einfach in Stille nachzudenken und zu reflektieren. Der Rosenkranz wird gemeinsam gebetet – absolut freiwillig, aber durchaus als Stärkung für Geist und Seele. „Das Gscheid hinauf sind zwei Rosenkränze gute Tradition und Ehrensache für mich“, meint Josef nach dem anstrengenden Aufstieg auf den Berg, auf den er auch das Pilgerkreuz getragen hat.

Das Pilgerkreuz hat einen besonders Symbolcharakter für die Wallfahrt. Jede Jahreszahl wird zur Erinnerung sorgfältig eingebrannt. Es gab schon Jahre, in denen Pater Müller das mehrere Kilo schwere Kreuz von Wien bis Mariazell getragen hat – ich zolle ihm hohen Respekt und bin sicher, dass ich das nicht könnte. 

So zieht die Gruppe zu recht glücklich und dankbar nach vier langen Tagen – und kurzen Abenden – in Mariazell ein und singt dabei „Segne du Maria“. Im Gndadenort führt der erste Weg in die prachtvolle Basilika zur Magna mater Austriae. Es folgt die stimmungsvolle Lichterprozession am Abend und die Sonntagsmesse mit weiteren Wallfahrern. Selbstverständlich entzünde ich ein Kerzerl und natürlich verkoste ich Liköre und Lebkuchen – auch der weltliche Genuss gehört zur Wallfahrt.

Der herzliche Abschied der Pilgergruppe ist verbunden mit dem Dank für die glückliche Fahrt und mit guten Wünschen für die Rückkehr. Und einige wissen schon jetzt, dass sie im nächsten Jahr mit dabei sein wollen – das ist doch Ehrensache!

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