Verletzlichkeit als Wachstumschance

Eine Initiative der Don Bosco Familie aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Belgien

Am 28. April trafen sich rund 20 Erzieher und Lehrer der Don Bosco Familie aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien zu einem Ausbildungsprogramm mit dem Titel: „Die Macht der Verletzlichkeit gemeinsam mit jungen Menschen entdecken.“ Die Initiative wurde unter anderem vom „Don Bosco Bildungsforum“ gefördert.

Zu Beginn des Tages wurden die Teilnehmer in Kintsugi eingeführt, die japanische Kunst, zerbrochene Keramik mit goldener Farbe zu reparieren. Die Spuren des Bruches und der Reparatur tragen danach selbst zur Schönheit des Objekts bei. Aus dieser Technik wurde abgeleitet, dass auch Menschen ‚heilen‘ können, dank goldener Adern, die die Narben in etwas Neues, etwas Schöneres verwandeln. In virtuellen Räumen wurde dann gemeinsam über die Fragen diskutiert: „Wie würden wir uns fühlen, wenn wir die Risse unseres Lebens nicht mehr verbergen müssten? Ist es möglich, Verwundbarkeit als Wachstumschance und nicht nur als Schwäche zu betrachten?“

Don Bosco selbst musste mit vielen Widrigkeiten und Unglücksfällen fertig werden: Der frühe Tod seines Vaters, seine schwache Gesundheit, die wirtschaftlichen Probleme, die zahlreichen feindlichen Angriffe der Presse, Widerstände der Kirche... und vieles mehr. Auch wenn diese Herausforderungen ihre Narben in Don Bosco hinterlassen haben, wusste er, seine Verletzlichkeit als Stärke und als Chance für Wachstum zu nutzen.

Verletzlichkeit als Quelle der Hoffnung
Deshalb wurde während des Seminars festgestellt, dass Verletzlichkeit der Geburtsort von Liebe, Beziehung, Freude, Mut, Authentizität, Einfühlungsvermögen und Kreativität sein kann. Auf diese Weise kann Verletzlichkeit auch als Quelle der Hoffnung und als Weg zu einem tieferen und bedeutungsvolleren geistlichen Leben betrachtet werden.

Am Nachmittag stand im Mittelpunkt: „Wie gehen wir mit der eigenen Verletzlichkeit als Erzieher und der Verletzlichkeit der Jugendlichen um? Wie können wir die Widerstandsfähigkeit junger Menschen verbessern?“

 „Die Covid-19-Pandemie hat unbestreitbar Narben in unserer Gesellschaft hinterlassen. Wir alle mussten mit Isolation, fehlenden sozialen Kontakten, dem Verlust geliebter Menschen, der Unsicherheit fertig werden... Aber wenn man die eigene Verletzlichkeit und den Willen zur Heilung einsetzt, kann man mit den Jugendlichen stark und widerstandsfähig sein“, so Don Carlo Loots, Salesianer aus Belgien und Delegierter für die Ausbildung von Jugendlichen.

(ANS/red)

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