Schutz für minderjährige Flüchtlinge

Papst Franziskus fordert: "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nicht abschieben!"

Papst Franziskus hat den oft inhumanen Umgang mit Rückführung (UMF) angeprangert. Statt soziale Integration oder sichere Rückführung zu fördern, werde oft nur versucht, ihre Einreise zu verhindern oder sie möglichst bald wieder in ihr Herkunftsland zu bringen, heißt es in einer Botschaft zum katholischen Weltmigrantentag (15. Jänner), die der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte. Programme zu Aufnahme, Betreuung und Eingliederung von Kindern und Jugendlichen scheiterten häufig an Geldmangel, kritisiert der Papst darin.

Franziskus ruft in seiner Botschaft dazu auf, "jede mögliche Maßnahme zu ergreifen, um den minderjährigen Flüchtlingen Schutz und Verteidigung zu garantieren". Die Staaten hätten zwar das Recht, die Migrationsströme zu kontrollieren und das nationale Gemeinwohl zu schützen. Aber sie hätten auch die Pflicht, "Lösungen für die minderjährigen Flüchtlingen zu finden und ihre Position zu legalisieren", so der Papst.

An Migranten und Flüchtlinge appelliert Franziskus, zum Wohle der Kinder enger mit den Institutionen der Aufnahmeländer zusammenzuarbeiten. Zugleich ruft er zu einem entschiedeneren Vorgehen gegen Schlepper und Menschenhändler auf. Man könne gegen die vielfältigen Formen der Sklaverei, denen Minderjährige zum Opfer fielen, nur "mit größerer Strenge und Wirksamkeit" Einhalt gebieten.

Der nächste katholische "Welttag des Migranten und des Flüchtlings" wird am 15. Jänner 2017 begangen. Er steht unter dem Motto "Minderjährige Migranten und Flüchtlinge - verletzlich und ohne Stimme". Die päpstliche Botschaft dazu wird traditionell bereits einige Monate zuvor veröffentlicht.

Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen
Franziskus erneuerte zudem seinen Appell, Migranten und Flüchtlinge mit offenen Armen zu empfangen. Die katholische Kirche verkenne nicht die "Schwierigkeiten im Zusammenhang mit einer würdigen Aufnahme von Flüchtlingen" und die mit der Migration verbundenen Dramen und Tragödien. Dennoch ermutige sie dazu, "auch in diesem Phänomen den Plan Gottes zu erkennen".

Minderjährige seien die verletzlichste Gruppe unter den Migranten, heißt es in der Botschaft. Sie endeten leicht "auf den untersten Stufen der menschlichen Verelendung, wo Gesetzlosigkeit und Gewalt die Zukunft allzu vieler Unschuldiger in einer einzigen Stichflamme verbrennen".

Weiter fordert der Papst, die Zusammenarbeit zwischen Migranten und den Institutionen des Gastlandes zum Wohl der Kinder dürfe sich nicht nur auf den Austausch von Informationen beschränken. Es gehe auch darum, Netzwerke zu bilden, die imstande sind, bei Bedrohung Schutzsuchender "unverzügliches und engmaschiges Einschreiten sicherzustellen".

(KAP)

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …