Rasche Hilfe

2.500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) sind in Erstaufnahmezentren.
Mehr Flexibilität und Entgegenkommen bei Schaffung von neuen sozialpädagogischen Betreuungsplätzen für UMF kann die prekäre Situation in Bundesbetreuung entlasten. Foto: Mascha Verkooijen

Die aktuelle Flüchtlingssituation ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Leidtragende sind vor allem die Minderjährigen, die alleine ohne Begleitung Erwachsener nach Österreich geflüchtet sind. Dazu Eva Kern, Geschäftsführerin des Don Bosco Flüchtlingswerkes: „Rund 2.500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), so viele wie noch nie, warten ohne adäquate Betreuung in den Erstaufnahmezentren des Bundes auf einen Platz in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Es gibt viel zu wenig Betreuungsplätze.“

Gleiche Rechte für alle Kinder
Um UMF in Erwachsenenquartieren unterbringen zu können, möchte das Land Niederösterreich künftig 17-jährige Flüchtlingskinder für volljährig erklären, auch OÖ hat Überlegungen in diese Richtung angestellt. „Die Altersgrenze ist ein wichtiger Schutz für Minderjährige in vielerlei Hinsicht“, empört sich Kern und erklärt: „Gerade diese Kinder, die schon so viel durchgemacht haben, haben das Recht auf Würde und Hilfe durch das Gesetz. Es ist menschenunwürdig, bei der Betreuung von jungen Menschen zu sparen. Flüchtlingskinder sind keine halben Kinder und die Kindheit ist nicht verhandelbar.“


Das Flüchtlingswerk begrüßt das am Freitag beschlossene Maßnahmenpaket zur Integration. Dazu Kern: „Der Ausbau der Deutschkursplätze, Sprachstartkurse für neue Schüler sowie die Möglichkeit für UMF, Lehrberufe in Branchen mit Fachkräftemangel ausüben zu können, sind ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

Schaffung von neuen Betreuungsplätzen für UMF – schnell und pragmatisch
Als Reaktion auf den eklatanten Mangel an Betreuungsplätzen ist das Don Bosco Flüchtlingswerk - eine Initiative der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und von Jugend Eine Welt - derzeit dabei, neuen Wohnraum für UMF zu schaffen. „Unser Ziel ist es, rasch zu helfen. Doch der Aufwand ist hoch und die Kosten sind enorm. Nicht zuletzt wegen der strengen baulichen Auflagen, die es zu erfüllen gilt“, sagt Kern und gibt zu bedenken: „In der gegenwärtigen Situation wäre es hilfreich, wenn zeit- und kostenintensive Umbauarbeiten, die gefordert werden, aber durch deren Fehlen weder Sicherheit noch Kindeswohl gefährdet wäre, zu einem späteren Zeitpunkt, innerhalb einer gesetzten Frist, nachgeholt werden können. So könnten innerhalb kurzer Zeit wesentlich mehr Betreuungsplätze für UMF geschaffen werden.“

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