Priester-EM 2015

In St. Pölten kickten Ende Februar 220 Priester aus 16 Nationen um den Europameisterschaftstitel.
Das Österreichische Team erreichte bei der Europameisterschaft Platz 13.

Für St. Pölten war es wohl ein Rekord: Niemand konnte sich erinnern, dass jemals so viele Priester in der niederösterreichischen Hauptstadt waren, wie in der Woche vom 23. bis 27. Februar.

Denn neben der diözesanen Priesterstudientagung mit über 100 Geistlichen, kickten 220 Priester aus 16 Nationen um den Europameisterschaftstitel im Hallenfußball - ein „Jahrhundertereignis“ wie manche Medien schrieben.

Organisator war Johann Wurzer, ein sympathischer, baumlanger, bärtiger Priester mit langen Haaren. Der Pfarrer von Ybbs/Donau ist auch Kapitän und Tormann des österreichischen Teams. Traditionell schwört er seine Mannen mit einem dreifachen „Halleluja“ ein.

Doch im St. Pöltner Sportzentrum tönten auch die "Schlachtrufe" vieler anderer Nationen. Besonders lautstark waren die Polen und Kroaten, die gleich mit einem ganzen Betreuerstab angereist waren. Sie können auf einen besonders großen Pool an jungen Priestern zurückgreifen. Demgegenüber hate Montenegro angelblich nur 24 katholische Priester im ganzen Land – und dennoch brachten sie ein Team zusammen und erreichten den sensationellen Platz 8.

Die besten Chancen wurden den Titelverteidigern aus Polen zugerechnet. Es hätte fast geklappt – das Endspiel ging dann doch 0:1 gegen Portugal verloren. Die Resultate der Spiele spiegelten meist die Bedeutung des Katholizismus in den jeweiligen Ländern wider. So gewannen häufig jene Länder, die einen hohen Anteil an katholischen Christen vorzuweisen hatten.

Zu sagen, Sport sei die Nebensache, stimmt nicht ganz. Natürlich wollten sich die Priester näher kennenlernen, natürlich wollten sie gemeinsam feiern, natürlich ist der Aspekt der Völkerverständigung ganz wichtig. Aber Priester, die um einen Europameisterschaftstitel kämpfen, sind auch immer ehrgeizig. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng bat die Kicker daher beim Eröffnungsgottesdienst aufzupassen, "wir brauchen euch ja nach der Europameisterschaft wieder als Seelsorger“.

Dennoch: Die Schiedsrichter mussten schon mal Gelbe Karten verteilen, es gab hitzige Diskussionen – und Blut floss ebenfalls. Letzteres aber immer unabsichtlich. Dennoch, abends war wieder alles vergeben und vergessen, man feierte miteinander und fand wieder den Roten Faden: Freude am Spiel, Gemeinschaft und gemeinsamer Glaube. Sepp Eppensteiner von der Diözesansportgemeinschaft Österreichs zeigte sich erfreut: „Einer breiten Öffentlichkeit konnten wir damit eine vielfältige und fröhliche Kirche präsentieren.“

Wie lief es für Johann Wurzer? Am ersten Tag entging er dem Spital trotz blutender Lippe nur knapp. Am zweiten Spieltag musste er dann doch ins Krankenhaus. Kühn warf sich der Tormann dem Gegner entgegen und handelte sich eine Luxation ein. Keine zwei Stunden später war er schon wieder im Sportzentrum: Die Siegerehrung wollte er sich keinesfalls entgehen lassen. Österreich erreichte den 13. von 16 Plätzen.

2016 lädt die Slowakei zu dieser außergewöhnlichen Fußballeuropameisterschaft.

(Wolfgang Zarl/red)

Ergebnisse der Fußballeuropameisterschaft der Priester

1. Portugal
2. Polen
3. Bosnien
4. Kroatien
5. Slowakei
6. Ungarn
7. Rumänien
8. Montenegro
9. Ukraine
10. Weißrussland
11. Slowenien
12. Italien
13. Österreich
14. Kasachstan
15. Albanien
16. Deutschland

zur Website vom "Priester-Team Austria"

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