Ein Unikat in Ghana

Zum Hochfest der Erscheinung des Herrn stellen wir Salesianerpater Robertson Sung vor.
Er studierte Labortechnik, fährt lieber Rad als Auto und setzt auf lauten Gesang. Was er immer im Blick hat: die Menschen und ihre Nöte. Foto: Simone Utler

Der 44-jährige Ghanaer Roberston Sung ist Pfarrer von „Mary Help of Christians“ in Odumase, einer Pfarre mit nur einem weiteren Priester, wenigen finanziellen Mitteln und gut 3.000 Gemeindemitgliedern. 

Mehr zu Pater Robertsons Arbeit mit Fotos aus Ghana: HIER

Geldmangel, Ehestreitigkeiten, Familienplanung, psychische Probleme: Die Themen sind breit gefächert. Manchmal hilft der Salesianer finanziell, zum Beispiel bei Schulgeld oder Krankenversicherung. Doch manchmal kann er nur reden, zuhören, einen Rat geben. „Oft ist das schon genug“, sagt der Pater, der seine Touren lieber mit dem Rad als mit dem Auto unternimmt, weil er so fit bleibt – und den Menschen näher ist. 

„Ich wollte ein Priester werden, der innehält und die Menschen fragt, wie es ihnen geht“, sagt der Salesianer, der erst mit Ende 20 diesen Weg beschritt. Der ehemalige Messdiener hatte nie ein Kirchenamt angestrebt, sondern Labortechnik studiert und in einem Krankenhaus gearbeitet. Bis zu dem Tag, als er dort einen Salesianerpater kennenlernte, der geduldig in einer Schlange wartete, obwohl traditionelle Häuptlinge und Priester vorgelassen wurden: „Er wollte keine Sonderbehandlung.“ Diesen Salesianer besuchte Robertson Sung einige Tage später, lernte die Gemeinschaft Don Boscos kennen und kündigte seinen Job.

Pater Sung ist einer von nur fünf einheimischen Salesianerpatres in Ghana.

Viel Gebet und lauter Gesang

Nach Stationen in Nigeria, Tansania, Liberia und Kenia kehrte er nach Odumase zurück: „Es braucht hier einen Ghanaer, weil die Menschen die Botschaft in ihrer Sprache empfangen wollen. So haben sie das Gefühl, dass man ihre Kultur, ihre Bedürfnisse, ihren Hintergrund kennt.“ Und weil er die Bedürfnisse versteht, bietet Pater Robertson Messen, Hochzeiten und Beerdigungen mit viel Gesang und lautem Gebet.

Pater Robertson hat einige Ideen, wie die Gemeinde eines Tages vielleicht Geld verdienen könnte, beispielsweise über eine Privatschule, die Schulgebühren einbringt. „Doch bis dahin bleibt mir nur zu beten.“

Zur Spendenmöglichkeit für Ghana über die Don Bosco Mission Austria: HIER

(Fotos und Text: Simone Utler)

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …