Papst ernennt neue Ordenskardinäle

Am besten aufgestellt zeigen sich weiter die Salesianer Don Boscos mit vier Papstwählern.

Vier Ordensleute hat Papst Franziskus am Sonntag als künftige Kardinäle der katholischen Weltkirche benannt. Damit stärkt er auch die Zahl der Ordensmänner unter den Papstwählern, von denen zuletzt zahlreiche die Altersgrenze überschritten hatten. Hatten noch 17 Ordensleute an seiner Wahl im März 2013 teilgenommen, wären - auch nach den Berufungen von 2014 und 2015 - künftig lediglich 13 Ordensmänner bei einem Konklave stimmberechtigt. Dazu kommt mit Erzbischof Gerald Lacroix (57) von Quebec ein Mitglied des Säkularinstituts Pius X., einer besonderen Form geweihten Lebens zwischen Ordens- und Laienstand.

Die katholischen Orden sind "Global Player" und passen damit sehr gut in das Konzept "Weltkirche", das das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) durchgesetzt und das die Päpste seitdem konsequent vorangetrieben haben. Auch die Wahl des argentinischen Jesuiten Franziskus im März 2013 trägt dem Rechnung. Franziskus war der erste Ordensmann auf dem Stuhl Petri seit 167 Jahren. Insgesamt kamen von den 266 regulären Petrus-Nachfolgern in 2.000 Jahren Kirchengeschichte maximal 30 aus Ordensgemeinschaften.

Am besten aufgestellt zeigen sich seit längerem die Salesianer Don Boscos mit vier Papstwählern: Kurienkardinal Angelo Amato (76), Oscar Andres Rodriguez Maradiaga (72, Honduras) sowie den beiden neuernannten Charles Maung Bo (66, Myanmar) und Daniel Fernando Sturla Berhouet (55, Uruguay).

Charles Maung Bo
Die Ernennung Bos kann als Zeichen der Solidarität des Papstes mit den leidgeprüften Katholiken in Myanmar verstanden werden. Viele von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an und waren schon deshalb Schikanen und Gewalt der bis 2011 regierenden Militärregierung ausgesetzt; diese dauern teils auch noch unter der gegenwärtigen zivilen Regierung an. Auch Religionsfreiheit gibt es in Myanmar bislang nicht im vollen Umfang. Der Salesianerpater Bo engagiert sich seit langem für die Belange der diskriminierten Christen und der ethnischen Minderheiten im Land. Seit 2003 leitet er das Erzbistum Rangun.

Daniel Fernando Sturla Berhouet
Sturla ist im Juli 1959 in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, geboren; er leitet seine Heimatdiözese erst seit einem knappen Jahr. Im Alter von 20 Jahren trat er 1980 den Salesianern Don Boscos bei. Ende 2011 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Weihbischof in Montevideo; im Februar machte ihn der Argentinier Franziskus zum höchstrangigen Kirchenführer des kleinen Nachbarlandes.

Neu hinzu kommen mit der Ernennung vom Sonntag noch der Erzbischof von Addis Abeba, Berhaneyesus Demerew Souraphiel (66), vom Lazaristen-Orden sowie der Augustiner-Rekollekt Jose Luis Lacunza Maestrojuan (70), Bischof von David in Panama.

(KAP)

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …