Nicht über sondern mit Flüchtlingen sprechen

Ein Erlebnisbericht von den Orientierungstagen im Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf.

Im Rahmen der jährlichen Orientierungstage begegneten die Schüler der 6A und 6B  einer Gruppe von jungen Männern, die aus Syrien geflohen sind. Simplice Tchoungang SDB kam jeweils in der früh mit den Flüchtlingen aus Wien nach Unterwaltersdorf . Die meisten von ihnen besuchen Deutschkurse im Projekt "Don Bosco für Flüchtlinge" im Wiener Salesianum.

Beim Kennenlernspiel erfuhren wir, dass die meisten der jungen Syrer bereits einen Beruf erlernt hatten. So waren z.B. auch zwei junge Zahnärzte dabei. Im Anschluss präsentierten die Schüler in Kurzreferaten Österreich. Die Syrer ihrerseits berichteten uns anhand von Bildern und Videos vor allem von ihrem Heimatland vor und nach dem Krieg. Es folgte ein anregender Austausch, der sich aus den Fragen der Schüler zur Kriegs- und Fluchtsituation der Syrer ergab. Dabei erfuhren wir viele erschütternde Details aus erster Hand. Ein junger Mann erzählte uns, wie er – wegen der Überfüllung des Bootes – einen Großteil des Weges durch das Mittelmeer neben dem Boot herschwimmen musste.

Die Flüchtlinge erzählten von ihren Sorgen und Nöten, äußerten aber auch den Wunsch, einfach einen entspannten Tag mit den Jugendlichen verbringen zu wollen, der sie ein bisschen ihre tägliche Trauer über ihr Land vergessen ließ. So kochten und aßen wir gemeinsam Spezialitäten aus Syrien und Österreich. Auch hatten wir viel Spaß beim gemeinsamen Schmetterball und Fußball. Daneben hinterließen auch die ganz persönlichen Einzelgespräche zwischen den Syrern und unseren Schülern bleibende Eindrücke. Vielleicht – so bleibt zu hoffen – entwickelt sich ja der ein oder andere positive Kontakt aus diesen Begegnungen, der mithilft zu einer gelungenen Integration.

Für die Schülerinnen und Schüler, für Simplice Tchoungang, der uns durch den Tag begleitete und für mich selbst war dieser Orientierungstag eine echte Chance, nicht nur über Flüchtlinge, sondern auch mit ihnen zu sprechen. So hoffen und beten wir für eine gute und gesegnete Zukunft für die von Krieg und Flucht Betroffenen – ob sie nun in Österreich bleiben oder eines friedlichen Tages wieder in ihre Heimat zurückkehren, um beim Wiederaufbau zu helfen.

(Oliver Gottschalk/red)

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