Orden sind ein Geschenk an die Kirche

Zum Tag des geweihten Lebens
Praveen Antony wurde im Dezember von seinem Mitbruder Erzbischof emer. Alois Kothgasser zum Diakon geweiht.

Orden sind mit ihrem spezifischen Zugang zum Glauben ein "Geschenk für die Ortskirche" und sollten entsprechende Förderung erfahren: Das hat der Wiener Bischofsvikar für die Orden, Pater Michael Zacherl, gegenüber der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" dargelegt. Zentrale Aufgabe der Orden ist es nach den Worten des Jesuiten, allen Menschen ein Zeugnis für christliche Werte und ihre Umsetzung zu geben. Anlass für das Interview gab der "Welttag des geweihten Lebens", der in den Diözesen rund um das Kirchenfest Maria Lichtmess am 2. Februar begangen wird.

Der "Akzent", den Ordensgemeinschaften durch ihre jeweilige Spiritualität der Kirche geben, würde ohne sie "auf jeden Fall fehlen", so die Einschätzung Zacherls. Allerdings seien heute viele Gemeinschaften mit Tätigkeiten des wirtschaftlichen Überlebens beschäftigt, und ihre Spezifika kämen nur mehr wenig zum Zug. Wünschenswert wäre nach Ansicht des Bischofsvikars, die Spiritualität zu festigen und noch mehr als bisher da zu sein und einzutreten für Bedürfnisse der Menschen. Speziell im Fatima-Jahr sollten sie zudem auch die Marienverehrung fördern.

Orden müssten sich erneuern, so der Standpunkt des Jesuiten, der hier zunächst auf der Ebene der Spiritualität ein "Zurück zu den Quellen" forderte. Bei ihren konkreten Aufgaben bräuchten die Gemeinschaften hingegen den Blick nach vorne, indem sie "Ausschau halten nach den heutigen Nöten der Menschen und der Kirche". Schul- und Spitalsorden, deren Tätigkeiten weitgehend der Staat übernommen habe, könnten auf diesen Sektoren weiterhin "spirituelle Fundamente legen und mithelfen, dass diese Arbeit einerseits in selbstloser Weise und andererseits mit dem Blick auf den Menschen als Ganzes besser wahrgenommen wird", so der Bischofsvikar.

Glaube ist etwas Schönes

Die beiden Ordensgemeinschaften blicken optimistisch auf ihre künftigen Aufgaben und laden herzlich dazu ein, das Charisma Don Boscos näher anzusehen. Das zeigt der neue Trailer über den jungen Salesianer Praveen Antony SDB, der seine Lebensberufung so ausdrückt: „Ich will ein fröhlicher Salesianer werden“. Zum VIDEO

Suche nach Gemeinschaftsleben

Die Nähe zu Christus sei für Menschen heute Hauptmotiv für die Entscheidung zum "geweihten Leben", so die Einschätzung des Jesuitenpaters. Vorrangig sei bei vielen auch der Wunsch, "aus ihrem Leben etwas Sinnvolles zu machen und sich einzubringen für andere". Auch das Gemeinschaftsleben sei für junge Menschen durchaus attraktiv. Derzeit gibt es 24 Postulantinnen und 25 Novizinnen bei den weiblichen Gemeinschaften Österreichs, wobei mit insgesamt 11 Frauen vor allem die Klausurorden auf Interesse stoßen. Die Männernorden verzeichnen 21 Postulanten und 30 Novizen; 20 der 27 Neupriester des Vorjahres kamen aus Ordensgemeinschaften.

Insgesamt gibt es in Österreich laut letztverfügbaren Zahlen derzeit 87 Männerorden mit 1.696 Mitgliedern, von denen 1.305 Priester und 391 Brüder sind. Die 105 Frauenorden verzeichnen 3.643 Mitglieder, wobei 41 Prozent in Krankenorden, 23 Prozent in Schulorden, 16 Prozent in karitativ und sozial engagierten Gemeinschaften, 11 Prozent in Klausurorden und 9 Prozent in einem Missionsorden leben. Auch die neun heimischen Säkularinstitute sind hier zu nennen, deren 216 Mitglieder sich ebenfalls Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam verpflichten, dabei aber in Privatwohnungen leben und Zivilberufen nachgehen.

(KAP)

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