Österreichs akute Kinderrechts-Baustellen

Das Don Bosco Flüchtlingswerk zum Internationalen Tag der Kinderrechte.
Aktuelle Probleme bezüglich der Kinderrechte sind Gewalt, Armut, mangelhafte psychiatrische Versorgung und junge Flüchtlinge

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes wurde am 20. November 1989 von den Vereinten Nationen verabschiedet und ist schnell zu dem weltweit gültigen Grundgesetz der Kinder- und Jugendrechte geworden. Nach 27 Jahren haben alle Staaten außer den USA die Kinderrechtskonvention ratifiziert.

Junge Flüchtlinge

Das Netzwerk Kinderrechte Österreich – www.kinderhabenrechte.at – benennt zum Internationalen Tag der Kinderrechte 2016 vier akute Kinderrechts-Baustellen in Österreich: Gewalt, Armut, mangelhafte psychiatrische Versorgung und junge Flüchtlinge. Dazu aus dem Kreis der 43 Mitgliedsorganisationen des Netzwerks Kinderrechte Eva Kern, Geschäftsführerin des Don Bosco Flüchtlingswerkes und Initiatorin der Kampagne „Keine halben Kinder“

„Die UN-Kinderrechtskonvention verspricht allen Kindern unabhängig von Status, Religion, Herkunft und Geschlecht die Deckung von essentiellen Bedürfnissen, Schutz und Beteiligung. Leider werden in Österreich minderjährige Flüchtlinge noch immer wie halbe Kinder behandelt. Alleine heuer hat sich die Situation für junge Flüchtlinge massiv verschlechtert. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wurden von der Ausbildungspflicht bis 18 ausgeschlossen, der Familiennachzug verschärft, umstrittene Methoden der Altersfeststellung werden nach wie vor angewandt, und lange Aufenthalte in nicht altersgerechten Einrichtungen belasten Kinder und Jugendliche massiv. Das Kindeswohl sollte wie in der österreichischen Verfassung verankert an vorrangiger Stelle stehen. Es ist an der Zeit, alle Kinder gleich zu behandeln. Die Politik ist gefordert.“  

Was sind Kinder- und Jugendrechte?
Kinder- und Jugendrechte sind eine besondere Gruppe von Menschenrechten speziell und ausschließlich für junge Menschen unter 18 Jahren. Kinder und Jugendliche müssen vor Gewalt geschützt werden, sie müssen ausreichend versorgt werden (mit Nahrung, Wohnung, Bildung, Gesundheit), und sie haben ein Recht darauf, ihre Meinung zu äußern, Antwort zu bekommen und mitzubestimmen. Wie in allen Menschenrechts-Verträgen ist Diskriminierung auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, dem Geschlecht, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, einer Behinderung, der Geburt oder des sonstigen Status des Kindes verboten.

Seit wann gilt die UN-Kinderrechtskonvention?
- 20. November 1989 Die „Konvention über die Rechte des Kindes“ wird von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen. - 5. September 1992 Die Kinderrechtskonvention tritt in Österreich auf Stufe eines einfachen Bundesgesetzes in Kraft. - 16. Februar 2011 Das „Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern“ mit einzelnen Kinder- und Jugendrechten tritt in Österreich mit unmittelbarer Anwendbarkeit durch Gerichte und Verwaltungsbehörden in Kraft.

(Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez/red)

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