Notstand in Sierra Leone

Ebola-Virus breitet sich dramatisch aus.
Die Kinder-Holine informiert darüber, wie man sich vor Ebola schützen kann. (Foto: Don Bosco Fambul/Jugend Eine Welt)

"In Sierra Leone hat das tödliche Virus mittlerweile die Millionenhauptstadt Freetown erreicht -  die Regierung hat den Notstand ausgerufen", berichtet Reinhard Heiserer, Vorsitzender der Don Bosco Partnerorganisation Jugend Eine Welt. "Um die Epidemie aufzuhalten, ist die Aufklärung der Bevölkerung entscheidend. Doch 70 Prozent der Leute sind Analphabeten, das heißt, sie sind auf mündliche Informationen angewiesen. Unsere Projektpartner von "Don Bosco Fambul" nutzen daher ihre gut funktionierende Kinder-Hotline, um über Ebola aufzuklären."

Die "Don Bosco Childline" mit der Nummer 116 ist über jeden Netzbetreiber in Sierra Leone kostenfrei erreichbar. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Personal kurzerhand von zwei auf fünf Personen aufgestockt. Geschulte Sozialpädagogen gehen auf die Fragen von Kindern und Jugendlichen rund um Ebola ein. Zudem führt "Don Bosco Fambul" seit Ausbruch der Ebola-Epidemie Informationsveranstaltungen auf Marktplätzen und in Schulen durch bzw. gehen Mitarbeiter von Haus zu Haus und verteilen Flugblätter mit selbsterklärenden Bildern. Sämtliche Aktionen - die bis Ende des Jahres weiter verstärkt werden sollen - finden in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit, anderen Hilfsorganisationen sowie der Weltgesundheitsorganisation statt.

Die Salesianer Don Boscos bzw. "Don Bosco Fambul", eine Einrichtung, die sich vor allem um Straßenkinder und Jugendliche in Not kümmert, sind in Freetown seit Jahren vor Ort und genießen in der Bevölkerung hohes Vertrauen - im Gegensatz zu vielen Krankenhäusern, in denen es in der Vergangenheit zu Fällen von Korruption und Fehldiagnosen kam.

Ebola gilt als eine der ansteckendsten und tödlichsten Krankheiten weltweit - neun von zehn Menschen überleben das Virus nicht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 2014 bereits 660 Menschen an Ebola-Infektionen gestorben, davon 219 in Sierra Leone.

(Angelika Gerstacker)

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