Nicht abschieben und nicht demotivieren

Ordensobere zum Nationalfeiertag: "Integrierte Flüchtlinge nicht abschieben und Integrationshelfer nicht demotivieren."

Zum Nationalfeiertag am 26. Oktober erheben die Verantwortlichen der Ordensgemeinschaften Österreich ihre Stimme. Anlass sind die formal zwar verständlichen aber in den konkreten Fällen unmenschlichen Abschiebungen in benachbarte EU-Länder gemäß Dublin III und die damit verbundene Demotivation von Freiwilligen in ihrem Engagement für Integration.

„In vielen Ordenshäusern werden Flüchtlinge untergebracht, begleitet und in ihren Integrationsbemühungen vielfältig unterstützt“, weiß die Präsidentin der Frauenorden Sr. Beatrix Mayrhofer von ihren Kolleginnen in Leitungsfunktionen: „Umso schmerzlicher wird es empfunden und direkt als skandalös erlebt, wenn die um Integration bemühten Flüchtlinge in ein anderes EU-Land abgeschoben werden. Das entwurzelt sie aufs Neue und alle aufgebauten Beziehungen und Bemühungen sind zunichte gemacht. Es darf nicht um eine magisch verstandene Zahl wie die Obergrenze gehen, sondern es geht immer um Menschen, die jetzt da sind und denen wir eine neue Heimat geben sollten. Mit dieser jetzt häufig beobachteten Vorgehensweise werden alle Integrationsmaßnahmen im Endeffekt ad absurdum geführt.“

Arbeitsmarkt schrittweise öffnen
Der Vorsitzende der Männerorden Abtpräses Christian Haidinger betont, dass in vielen Ordenshäusern still und unspektakulär geholfen wird mit dem Ziel, umfassend und auf lange Sicht die Geflüchteten einzubinden. „Hier wäre es natürlich hilfreich, wenn endlich der Arbeitsmarkt schrittweise geöffnet würde, um das Knowhow und das Können der Flüchtlinge nicht brach liegen zu lassen. Jeder Mensch will Sorge tragen für das eigene Ein- und Auskommen. Gerade von Flüchtlingen wissen wir, dass sie mit ihrer Hände Arbeit mitwirken wollen am Ganzen der Gesellschaft.“

Brücken statt Mauern, Weite und Achtsamkeit statt Engherzigkeit
Mayrhofer und Haidinger verweisen auch auf den speziellen Dienst der Ordensleute, auf den sie vor dem Nationalfeiertag hinweisen möchten: „Unsere Aufgabe ist es auch, täglich für die Menschen und unser Land zu beten. Wir tun das aber nicht neutral in Hinblick auf den Status Quo, sondern beten immer dafür, dass Gott uns die Kraft und Fähigkeit geben möge, Hass und Vorurteile aufzuweichen, dem Fremden auf Augenhöhe zu begegnen und in jedem Gast, ganz gleich woher er kommt, Christus zu sehen. Mit jedem Gebet wollen wir Gott ins Angesicht schauen können, der nicht Mauern sondern Brücken errichtet, der nicht Engherzigkeit und der Angst aus egozentrischer Selbstliebe Platz gibt, sondern Weite, Tiefe, Achtsamkeit und Empathie als Zukunftsweg in Jesus vorgezeigt hat. Möge der Nationalfeiertag kein abgeschottetes und hartherziges Österreich proklamieren, sondern die von so vielen Menschen geschaffene Wärme, Warmherzigkeit, die Barmherzigkeit in den Vordergrund rücken. Mit unserem Tun und Gebet wollen wir dazu unseren Beitrag leisten.“

(ordengemeinschaften)

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