Mein schönstes Geschenk

Advent-Texte aus dem Don Bosco Flüchtlingswerk
Wer dankbar ist, zu dem kommt das Glück. Wer undankbar ist, von dem geht das Glück weg.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk hat Jugendliche aus der pädagogischen Wohngemeinschaft im Advent gefragt, was für sie ein Geschenk ist. 

Zizo hat gute Tage und schlechte Tage.
Beginnen wir mit den schlechten Tagen. Im Irak, als ich zehn Jahre alt war, habe ich gearbeitet und ein schweres Leben gehabt. Ich habe meinen Vater fast fünf Jahre nicht gesehen, ich wusste nicht, ob er gestorben ist oder nicht. Ich habe immer mit meiner Mutter gelebt und nach vier Jahren haben wir gehört, dass er noch lebt und im Gefängnis ist. Zwei Monate später ist er rausgekommen und ich habe ihn zum ersten Mal nach vier Jahren und sechs Monaten gesehen.
Etwas Gutes, das in meinem Leben passiert ist, ist, dass ich nach Europa gefahren bin, vom schlechten Leben zum guten Leben. In Europa hat sich mein Leben verändert und ich habe mich auch verändert. In meinem Kopf habe ich ein Bild davon, was ich in der Zukunft werden möchte. Als ich fünf Monate in Österreich war, ist ein neues Gesetz gekommen, dass die Flüchtlinge, die keinen Bescheid haben, keine Ausbildung machen dürfen. In einer regnerischen Nacht habe ich wieder nachgedacht, was ich tun soll. Dann habe ich die Idee gehabt, dass ich lernen muss, bis ich einen Pflichtschulabschluss schaffe. Danach werde ich eine Ausbildung machen.

Mustafa sagt: In meinem Leben habe ich manchmal Glück gehabt.
2014 haben meine Freunde zu meinem Geburtstag eine Überraschungsparty gemacht. Ein anderes Mal habe ich eine Sprachprüfung geschafft. Auf der Überraschungsparty haben wir so viel getanzt und wir haben getrunken. Alle meine Freunde sind zu mir gekommen.
Das letzte Mal ist mir am 6. November etwas Gutes passiert. Ich habe das Bleiberecht in Österreich bekommen.

Sam hat viele Erinnerungen  
Eine besonders schöne Erinnerung ist, dass auf dem Weg von Afghanistan nach Europa nichts Schlimmes passiert ist, obwohl mein Leben in Gefahr war. Ich bin dankbar dafür. 
Es gibt ein Sprichwort in Afghanistan: Wer dankbar ist, zu dem kommt das Glück. Wer undankbar ist, von dem geht das Glück weg.

Eine Geburtstagstorte nach sieben Jahren für Ali
Als ich sieben Jahre alt war, hat mein Lehrer mich gefragt, warum ich immer so böse bin und ich habe ihm alles erklärt: „Bis jetzt hat mir noch nie jemand ein Geburtstagsgeschenk gegeben, aber alle meine Klassenkameraden haben Geschenke bekommen.“ Als mein Lehrer meine Geschichte gehört hat, habe ich gesehen, dass er weinte. Nach dieser Geschichte vergingen zwei Monate und ich bin ganz normal zur Schule gegangen. Dann habe ich einmal niemanden in der Klasse gesehen und bin ins Büro gegangen. Dort sah ich, dass alle zusammen waren und eine Geburtstagstorte war in der Hand meines Lehrers und ich hörte, wie alle „Alles Gute zum Geburtstag“ riefen.

(Don Bosco Flüchtlingswerk)

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