Mehr tun für Frieden

"Fachtagung Weltkirche" fordert mehr Engagement für Befriedung.

Mit einem Aufruf an an Österreichs Politik und Wirtschaft sowie einer Selbstverpflichtung der Kirche, mehr für den Frieden zu tun, ist am Samstag, dem 25. Juli 2015 die "Fachtagung Weltkirche" im Stift Lambach zu Ende gegangen.

Nach der persönlichen Begegnung mit Augenzeugen aus den Krisengebieten Zentralafrikanische Republik und Irak verfasste eine Delegiertengruppe eine Erklärung mit folgenden Eckpfeilern für nachhaltigen Frieden: Befriedigung von Grundbedürfnissen, rechtsstaatliche Prinzipien, Schutz von Minderheiten, Religion im Dienst des Friedens und Wege der Vergebung. Die Erklärung solle konkrete Schritte für alle Akteure anregen, wünschte sich Entwicklungsexperte Heinz Hödl im Namen der Verfasser.

Thema der Tagung war "Selig, die Frieden stiften" gewidmet war. Veranstaltet wurde sie von der Vereinigung der Frauenorden, der Superiorenkonferenz, von der "Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft" (MIVA) und der KOO, der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission. Seitens der Salesianer nahmen Provinzial Pater Petrus Obermüller SDB und Provinzökonom Pater Otto Ledermüller SDB teil. 

In ihrer Erklärung fordern die in der Entwicklungszusammenarbeit tätigen kirchlichen Organisationen von Außenminister Sebastian Kurz, sich für den Schutz der Bevölkerung in Krisenregionen einzusetzen. Die Bundesregierung insgesamt solle "gegen konfliktschürende Wirtschaftspraktiken und gegen Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen" auf europäischer und globaler Ebene auftreten. Ein weiterer Appell richtete sich an österreichische Wirtschaftsunternehmen, auf Praktiken mit konfliktfördernden Auswirkungen zu verzichten.

Die Veranstalter der Fachtagung appellieren aber auch an die Bischöfe in Österreich: Sie mögen öffentlich Friedensinitiativen fördern und "gegen konfliktfördernde Praktiken und Strukturen auftreten". Die Erklärung sei gleichzeitig eine Selbstverpflichtung für intensivere Friedensarbeit, wies Heinz Hödl hin: "Wir dürfen das Thema nicht ad acta legen, wir müssen Antworten finden."

Friedensinitiativen präsentieren Arbeit

Im Rahmen der Tagung präsentierten österreichische Friedensinitiativen in Workshops ihre Arbeit. Vertreten waren der Versöhnungsbund, das Institut für Religion und Frieden, die Gemeinschaft Sant'Egidio und das Haus der Stille. Zusätzlich standen die beiden Gäste - Schwester Luma Khudher aus dem Irak und Abbé Philippe Grebalet aus der Zentralafrikanischen Republik - für Rückfragen und Austausch zur Verfügung. Mitglieder des Versöhnungsbundes berichteten von dreimonatigen Freiwilligeneinsätzen, dem sogenannte "Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel" (EAPPI). Dort begleiten sie Menschen im Alltag, haben eine Schutzfunktion und setzen ein aktives Zeichen für den Frieden.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion wies Abbé Philippe Grebalet darauf hin, dass für nachhaltigen Frieden eine "Heilung der Erinnerungen" nötig sei. "Wir müssen unsere Geschichte aktiv in die Hand nehmen", so Grebalet. Schwester Anneliese Herzig von der Dreikönigsaktion rief dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, sei es beim Konsum, in der Entwicklungspolitik, durch Bewusstseinsbildung, im Journalismus oder durch Gebet: "Jeder muss irgendwo anfangen oder weitermachen." Es brauche vielfältige Ansätze, um die Friedensarbeit zu fördern. Herbert Rechberger von "Kirche in Not" bedankte sich bei den zwei Gästen aus der Zentralafrikanische Republik und Irak für ihren Mut und ihre Präsenz: "Ihr seid Helden der Nächstenliebe."

(KAP/red)

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