Linzer Bischof mahnt Weg des Miteinander ein

Bischof Ludwig Schwarz SDB: Es sei Auftrag der Kirche, sich hilfsbedürftiger Menschen anzunehmen.

Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz SDB hat sich im Vorfeld der Pegida-Demonstration am Sonntagnachmittag in Linz klar für einen Weg des Miteinander und des Dialogs ausgesprochen. Zwar dürften Kirche wie Gesellschaft mit der Pegida-Bewegung sympathisierende Menschen nicht diffamieren und müssten ihre Sorgen ernst nehmen, heißt es in einer von der Diözese Linz am Wochenende veröffentlichten Stellungnahme des Bischofs. "Aber es muss auch klar gesagt werden, dass Ausgrenzung, Vereinfachungen, Schuldzuweisungen und Demonstrationen keine Probleme lösen. Nur im Dialog und mit der Bereitschaft zum Miteinander können Ängste abgebaut werden."

Konkret unterstrich Schwarz den Auftrag der Kirche, sich hilfsbedürftiger Menschen anzunehmen, etwa in der Sorge um "Flüchtlinge, die wegen Krieg und Terror aus ihrer Heimat fliehen mussten". Ihre Aufnahme in Österreich löse bei manchen Menschen Verunsicherung und Angst aus. Notwendig sei daher eine gute Grundlage für Gespräche und Diskussionen mit der Bevölkerung vor Ort und für ein gegenseitiges Kennenlernen, so der Bischof. "Mir sind viele Beispiele in Oberösterreich bekannt, wo dies hervorragend gelingt."

Insgesamt berief sich Schwarz auf das Konzilsdokument "Nostra aetate" von 1965, in dem es heißt: "Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Abbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern. (...) Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht."

Zur ersten Kundgebung der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" in Linz kamen am Sonntag etwa 150 Teilnehmer/innen. Ein Bündnis verschiedenster Gruppen, darunter auch Pax Christi und die Alevitische Kulturgemeinde, bildeten eine Gegendemonstration. Bereits im Vorfeld einer Demonstration vor wenigen Tagen in Wien hatten maßgebliche Vertreter der in Österreich vertretenen christlichen Kirchen Stellung gegen Pegida bezogen und ihre einhellige Ablehnung zum Ausdruck gebracht.

(KAP/red)

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