Kunschak-Preis an Salesianer Srholec

Pater Anton Srholec SDB gilt in der Slowakei vielen als Vorbild christlicher Nächstenliebe und als "Vater der Armen".
Pater Anton Srholec SDB

Den Großen Leopold Kunschak-Preis erhält in diesem Jahr der frühere EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy, einen Kunschak-Anerkennungspreis erhält unter anderen der 85-jährige slowakische Salesianer und Kardinal König-Preisträger Pater Anton Srholec. Die Auszeichnungen werden heute am 22. Mai, 14.30 Uhr, im Parlament in Wien von Kuratoriums-Vorsitzendem Werner Fasslabend verliehen, die Festrede hält Vizekanzler Reinhold Mitterlehner. Unter den weiteren Preisträgern ist auch der oberösterreichische Politologe und Widerstands-Forscher Andreas Maislinger. Srholec gilt in der Slowakei vielen als Vorbild für christliche Nächstenliebe und als eine Art "Vater der Armen". Er war in der Zeit des Kommunismus lange inhaftiert.

Weiters findet am 10. Juni 2015 in der Wiener Hofburgkapelle ein Festakt für Pater Srholec statt. Er gilt in der Slowakei vielen als Vorbild für christliche Nächstenliebe und als eine Art "Vater der Armen". Der Priester war in der Zeit des Kommunismus lange inhaftiert gewesen. Festredner beim Festakt in der Hofburg sind der frühere Vizekanzler Erhard Busek und Caritas-Direktor Küberl.

Für sein Engagement wurde Pater Srholec vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kardinal König-Preis für Verdienste um Glauben und Freiheit (1999) und mit dem Jan Lango-Stiftung-Preis für Verdienste um die Demokratie (2013). Heute ist Srholec Präsident der Konföderation der politischen Gefangenen der Slowakei, die Licht in die totalitäre Zeit von 1948 bis 1989 bringen und den Opfern zu Gerechtigkeit und Genugtuung verhelfen will. Seit 1992 leitet er auch das Sozialprojekt Resoty in Bratislava, das sich um Obdachlose kümmert. Sein Spitzname "Vater der Obdachlosen" geht auf seinen unermüdlichen Einsatz für die Wohnungslosen zurück.

Anton Srholec wurde am 12. Juni 1929 als Sohn einer Kleinbauernfamilie in Skalica geboren. Schon als Jugendlicher trat er in den Salesianerorden ein. 1951 misslang ihm ein Fluchtversuch aus der damaligen Tschechoslowakei, den er unternahm, weil ihm das kommunistische Regime kein Theologiestudium erlaubte. Die Folge waren zehn Jahre Haft, den Großteil davon im berüchtigten Uranbergwerk Jachymov. Erst 1969 erhielt Srholec die Erlaubnis zu einem Aufenthalt in Italien, wo er in zwei Semestern an der Salesianeruniversität in Turin das gesamte Theologiestudium nachholte; 1970 wurde er in Rom von Paul VI. zum Priester geweiht.

Nach dem "Prager Frühling" widmete sich Srholec der Seelsorge vor allem an Jugendlichen, und geriet damit nicht nur in Konflikt mit der kommunistischen Obrigkeit, sondern auch mit der Amtskirche. So wurde der Ordensmann von der Kirchenleitung mehrfach versetzt und ihm wurde zeitweise die Ausübung des priesterlichen Dienstes verboten. Nach seinem Pensionsantritt blieb Srholec weiterhin in Menschenrechtsorganisationen und Sozialinitiativen aktiv, vor allem im Obdachlosenzentrum Resoty.

(KAP)

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