(K)ein Platz für junge Flüchtlinge

Don Bosco Flüchtlingswerk: Die Herbergssuche ist harte Realität.
Besonders unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und junge Erwachsene leiden unter dem Mangel an adäquaten Quartieren.

So wie vor über 2000 Jahren Maria und Josef keine Herberge fanden, die sie aufnahm, ergeht es heute vielen jungen Flüchtlingen, die vor Gewalt und Elend in Österreich Schutz suchen. „Aktuell warten mehr als 2500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) in Erstaufnahmezentren des Bundes auf die Weitervermittlung in sozialpädagogische Einrichtungen“, erzählt Eva Kern, Geschäftsführerin des Don Bosco Flüchtlingswerkes. „Trotz aller Bemühungen gibt es nach wie vor viel zu wenige altersgerechte Betreuungsplätze.“

Es fehlt aber nicht nur an Betreuungsplätzen, sondern auch an integrativen Maßnahmen und der Umsetzung der Kinderrechte. Dazu Kern: „Junge Menschen brauchen mehr als einen Betreuungsplatz. Die Kinderrechtskonvention verspricht UMF die gleichen Rechte wie allen anderen Kindern. In der Realität werden diese tagtäglich in unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel Bildung, Partizipation, Gesundheit verletzt.“
Herbergssuche im Jahr 2015

An ihrem 18. Geburtstag ändert sich das Leben der jungen Flüchtlinge abermals schlagartig. „Mit Erreichen ihrer Volljährigkeit müssen UMF die sozialpädagogischen Einrichtungen verlassen und fallen von einer 24-Stunden-Betreuung ins Nichts“, so Kern und erklärt: „Es ist beinahe unmöglich, für die jungen Menschen passende Wohnmöglichkeiten zu finden. Es müssen Angebote entwickelt werden, die einen humanen Übergang in die Selbstständigkeit ermöglichen und gleichzeitig die Integration unterstützen.“

Gedanken zur Weihnachtszeit
„Weihnachten ist mehr als die zweieinhalb Tage. Weihnachten ist ein Weg, ist der Inbegriff der Hoffnung“, so die Geschäftsführerin des Jugendhilfswerkes, das von den Salesianern Don Boscos, den Don Bosco Schwestern und von "Jugend Eine Welt" mit dem Ziel, sich für unbegleitete junge Flüchtlinge in Österreich einzusetzen, getragen wird.
„Um Weihnachten zu erleben, müssen sich die Menschen – und auch Bund, Länder und Gemeinden - auf den Weg machen“, betont Kern und schließt mit den Worten: „Ein Weg könnte sein, Standpunkte gegenüber jungen Flüchtlingen neu zu überdenken und geplante und bereits umgesetzte gesetzliche Regelungen wie Asyl auf Zeit oder Lehrstellenverlust bei negativen Asylbescheid zu Gunsten des Kindeswohls neu zu überdenken. Junge Flüchtlinge sind in erster Linie junge Menschen, die zur Gesellschaft etwas beitragen und im Leben etwas erreichen möchten. Geben wir ihnen eine echte Chance. Eine ihrem Alter entsprechende Unterkunft und altersgerechte Betreuung ist der Anfang davon.“

(cl)

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