Kardinal beklagt Ausländerfeindlichkeit in USA

Papstberater Rodriguez kritisiert politische Stimmungsmache gegen Kindermigranten.
Oscar Andres Rodriguez Maradiaga SDB

Der honduranische Kardinal und Papstberater Oscar Andres Rodriguez Maradiaga SDB hat Politiker in den USA wegen ihrer ablehnenden Haltung von Kindermigranten kritisiert.

Es gebe Politiker, die den Kindern vorwerfen, Krankheiten in die USA einzuschleppen, die es dort bislang nicht gebe, zitiert die Tageszeitung "La Tribuna" den Erzbischof von Tegucigalpa. Das führe zu Phänomenen wie ausländerfeindlichen Protestmärschen wie zuletzt in Los Angeles. Die Kinder seien unschuldige Opfer ihrer Lebensumstände; sie verdienten Respekt und Unterstützung.

Gegen die Köpfe von Kinderschlepperbanden forderte Rodriguez ein härteres Vorgehen. Diese verlangten von verzweifelten Familien hohe Summen und überließen die Kinder dann nicht selten während ihrer Flucht dem eigenen Schicksal. Von seinen Amtsbrüdern aus den USA habe er erfahren, dass sich US-Grenzbeamte von den Schlepperbanden bezahlen ließen, so der Kardinal: "Es gibt auch dort ein Phänomen der Doppelmoral."

Rodriguez (71) ist Erzbischof der honduranischen Hauptstadtdiözese Tegucigalpa und Präsident von Caritas Internationalis. Zudem leitet er den von Papst Franziskus einberufenen Kardinalsrat zur Reform der römischen Kurie ("K9").

(KAP)

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