Terroranschlag im Jemen

Die Salesianer hoffen auf Freilassung ihres Mitbruders Tom Uzhunnalil.

Bei dem Anschlag, der alle Zeichen fundamentalistischen Terrors trägt, starben in einem von Mutter-Teresa-Schwestern geleiteten Seniorenheim in Aden 16 Menschen, darunter vier Ordensfrauen. Bisher bekannte sich niemand zu dem Terrorangriff in Aden. Ein Vertreter der jemenitischen Sicherheitsbehörden machte die Terrormiliz "Islamischer Staat" für die Bluttat verantwortlich. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag, doch es ist bekannt, dass in der Hafenstadt, die vor Monaten von den Soldaten des Präsidenten im Kampf gegen die Houthi-Rebellen zurückerobert wurde, Gruppen aktiv sind die mit Al-Kaida in Verbindung stehen.

In einem Beileidsschreiben verurteilte Franziskus die Ermordung der Ordensfrauen als "Akt der Sinnlosigkeit und der teuflischen Gewalt". Er bete dafür, "dass dieses sinnlose Abschlachten die Gewissen erwachen lässt, eine Änderung in den Herzen bewirkt und alle Konfliktparteien dazu bewegt, ihre Waffen niederzulegen und den Weg des Dialogs einzuschlagen", heißt es darin.

Trotz des Anschlages möchte die Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe im bitterarmen Jemen bleiben. Sie wünschten zudem auch eine baldige Freilassung des indischen Salesianerpaters Tom Uzhunnalil, der bei dem Attentat verschleppt wurde und sich noch in den Händen der Terroristen befindet.

Seitens des Salesianerordens hofft man darauf, dass es für eine Freilassung des Ordensbruders noch "viele Möglichkeiten" gibt, erklärte Don Francesco Cereda SDB aus dem Generalat in Rom. Das indische Außenministerium habe sich in die Ermittlungen eingeschaltet, angesichts der komplexen Situation Jemens stelle sich der Orden allerdings auf komplizierte Verhandlungen ein.

Die Salesianer sind seit 1997 in Jemen - in den Städten Sana, Aden, Holeida und Taiz - tätig. Die Ordensmänner sind die einzigen vor Ort verbliebenen katholischen Priester. In dem muslimischen Land betreuen sie vor allem die katholischen Immigranten aus Indien, den Philippinen und anderen Ländern, zudem unterstützen sie auch die Missionarinnen der Nächstenliebe bei deren Tätigkeit.

Seit sich 2011 im sogenannten "Arabischen Frühling" das jemenitische Volk gegen Präsident Abdallah Saleh erhoben hatte, war die Situation für die katholische Kirche im Land deutlich schwieriger geworden. Eine erneute Verschärfung gibt es seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2015, als zwei Gruppen die Regierung für sich beanspruchten, sowie durch die anhaltenden Anschläge der Terrorgruppen Al-Kaida und IS. Trotz eindringlichen Warnungen Indiens, das seine Botschaft im Land schloss, entschieden sich die Salesianer zum Verbleib im Land.

P. Uzhunnalil sei vor vier Jahren in den Jemen gegangen, wobei er sich von ständigen Drohungen nicht einschüchtern ließ, erklärte ein Verwandter des entführten Priesters, der Rechtsanwalt N. Kunjaugusty, gegenüber dem malaiischen Onlineportal "Malayala Manorama". Aufgrund der Spannungen habe der Salesianerpater allerdings Vorsichtsmaßnahmen treffen müssen und sei bei seinen Wegstrecken zu den Gottesdiensten stets von Wachen begleitet worden. Tragischer Höhepunkt der Vorfälle war vor dem jüngsten Attentat ein Überfall der Al-Kaida auf die Kirche zur Heiligen Familie in Aden, wo der Priester lebte. Seither hatte er im Altenheim der Mutter-Teresa-Schwestern gewohnt.

Hintergrund
Jemen ist das ärmste Land auf der Arabischen Halbinsel. Seit mehr als einem Jahr tobt dort ein Bürgerkrieg, an dem auch andere Staaten der Region beteiligt sind. Die Aufständischen kämpfen mit Unterstützung des schiitischen Irans gegen Anhänger von Präsident Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 bombardiert eine von Saudi-Arabien geführte Koalition die Houthi-Rebellen und deren Verbündete aus der Luft. Die begonnenen Friedensgespräche unter Führung der Vereinten Nationen liegen derzeit allerdings auf Eis. Sorge bereitet auch der wachsende Einfluss der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS).

(radio vatican/fides/zenit/kathpress)

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