Islam: Zuerst Begegnung von Mensch zu Mensch

Salesianer in Ausbildung beschäftigten sich mit dem Islam.
Auf Fortbildung in Wien: Salesianer in Ausbildung aus den Provinzen Deutschland und Österreich

Ein Bericht von Alexander Held SDB und Peter Rinderer SDB.

Moscheebesuch und Diskussion mit Experten: Salesianer in Ausbildung aus Deutschland und Österreich beschäftigten sich mit dem Islam.

Vom 24. bis 27. September trafen sich 15 junge Salesianer Don Boscos und deren Ausbildungsverantwortliche in Wien zu einer Fortbildung über den Islam. Hintergrund ist, dass in der pädagogischen Arbeit in Jugendzentren und Wohngruppen mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen viele Muslime begleitet werden. Pfarrer Martin Rupprecht, Experte für den christlich-muslimischen Dialog, wies darauf hin, dass er erste Schritte immer die Begegnung von Mensch zu Mensch sei.

Pater Lothar Bily, über viele Jahr Professor für Fundamentaltheologie in Benediktbeuern, spannte fachkundig und eloquent einen Bogen von der geschichtlichen Entstehung und Entwicklung bis zu aktuellen Situationen und Herausforderungen: „Vieles verbindet uns, gleichzeitig trennt uns einiges.“ Er plädierte für eine „aktive Toleranz“, in der im Fremden zuerst eine Bereicherung gesehen wird. Dialog sei aber immer eine Aufgabe für beide Seiten.

Pfarrer Rupprecht spricht Türkisch und hat viel Erfahrung in der Begleitung christlich-muslimischer Paare: „Der kritische Punkt ist die Kindererziehung“. Offene Kommunikation könne hier Klarheit bringen, so Rupprecht. Beim gemeinsamen Beten von Christen und Muslimen hält er nichts vom „kleinsten gemeinsamen Nenner“, besser sei „nacheinander zu beten, jeder auf seine Art“. Durch Begegnung werde Angst abgebaut, solche Schritte seien notwendig um ein respektvolles Miteinander und sozialen Frieden aufzubauen. In der Wohngruppe des Don Bosco Flüchtlingswerks feiern die Salesianer Weihnachten gemeinsam mit den mehrheitlich muslimischen Asylwerbern, erzählte Pater Rudolf Decker. Außer bei der Weihnachtsgeschichte erzähle er den Jugendlichen selten von Jesus, und trotzdem sieht er seine Arbeit als zutiefst christlich: „Ich versuche in die Tat umzusetzen, was mir wichtig ist.“ Abgeschlossen wurde der Themenschwerpunkt Islam mit einem Besuch in der Moschee des Islamischen Zentrums in Wien. Einer der Imame nahm sich viel Zeit für die Gruppe und erzählte vom Gebet und der Begleitung Jugendlicher in diesem Zentrum.

Die Ausbildungsgruppe besuchte am Freitagnachmittag auch das Stift Heiligenkreuz. Nach einer freundlichen Aufnahme, dem Mittagsgebet und dem Essen mit den Mönchen lernten sie die Hochschule und das Stift unter fachkundiger Führung kennen. Der Ausflug endete mit einer Austauschrunde mit jungen Zisterziensern. Grund für den Besuch war die vor kurzem erfolgte Schenkung der Bücherbestände der theologischen Bibliothek in Benediktbeuern. Die deutschsprachigen Salesianerprovinzen veranstalten halbjährlich Fortbildungstreffen für alle Salesianer in Ausbildung.

Die Moschee in Wien wurde 1979 erbaut und ist die größte in Österreich
Der Imam beschreibt das muslimische Beten
Klosterführung durch das Stift Heiligenkreuz

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