Impuls am Sonntag

von Judit Hegedüs zu Lk 15,1-3.11-32: Das Geleichnis vom verlorenen Sohn

Wir alle sind auf dem Weg zur Einheit mit Jesus Christus. Wir haben unsere täglichen Aufgaben zu lösen, verschiedene Herausforderungen zu meistern, jeden Tag. Wir alle haben in uns das Potenzial für das Gute und auch für das Perfekte. Wir sind auf dem Weg, es in uns und in den Anderen zu entdecken, durch unsere täglichen Aufgaben und Tätigkeiten.

Das Leben ist ein Lernprozess. An dessen Ende können wir zu dem Guten, dem Perfekten – Jesus Christus – zurückkehren, indem wir alles mit Liebe für die Anderen und für Jesus Christus tun.

Wir lernen jeden Tag, unser Bewusstsein erhöht sich, und wir können mehr und mehr Liebe entwickeln. Wir können die Wahrheit erkennen, was echt ist und was Illusion. Draußen ist wie drinnen, unten ist wie oben - wir lernen, wie man mit Herz und Kopf leben kann.

Wir sind auf dem Weg zurück zum Haus unseres Vaters. Unsere täglichen Erfahrungen helfen uns, unsere Motivationen zu prüfen, unseren Lebensstil nach Jesus Christus auszurichten und jeden Tag mit mehr Liebe und mehr Wahrheit zu leben – für uns persönlich, für unsere Gemeinden, für die Welt. Das sollte uns jeden Tag Freude geben, das ist das Leben selber.

(Judit Hegedüs, Assistenz Ökonomat SDB, Wien)

Impuls zum Sonntagsevangelium zu Lk 15,1-3.11-32

Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen. Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte:
Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht! Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er begann Not zu leiden. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner!

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine Hand und gebt ihm Sandalen an die Füße! Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte seinem Vater: Siehe, so viele Jahre schon diene ich dir und nie habe ich dein Gebot übertreten; mir aber hast du nie einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

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