Impuls am Sonntag

von Pater Josef Zauner zu Mk 10,2-16: Werdet wie die Kinder!

Heute wird in vielen Pfarrkirchen Erntedanksonntag gefeiert. Vielleicht wundern sich Gottesdienstbesucher, dass in den Schriftlesungen gar nicht von Ernte die Rede ist. Stattdessen geht es um die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau und dass der Mensch ihre Gemeinschaft nicht auflösen soll.

Am Ende des Evangeliums fügt sich dann noch eine Szene mit der Segnung von Kindern an: Man brachte Kinder zu Jesus, damit er sie berühre. Die Jünger haben die Leute zurückgewiesen, ihr Meister sollte offensichtlich nicht belästigt werden, Kinder hatten in dieser Zeit keinen besonderen Stellenwert. Doch Jesus weist seine Jünger zurecht: „Lasst die Kinder zu mir kommen; Hindert sie nicht daran! Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

Werden wie die Kinder, das heißt auch, die Welt aus Kinderaugen betrachten; sich freuen können ohne Berechnung, vor allem vertrauen dürfen. Kinder sind sichtbarer Ausdruck der Liebe ihrer Eltern – dass sie ein Fleisch sind, das wird ja sichtbar im Kind. Das Wesen des Kindes ist die Bedingung für den Eintritt in die Königsherrschaft Gottes. Natürlich wissen wir: Kinder können auch manchmal kleine Tyrannen sein, eigensinnig und launisch, manchmal schon recht gemein. Aber Kinder sind grundsätzlich auf andere Menschen angewiesen. Sie sind schutzbedürftig, in jungen Jahren oft auch hilflos. An Weihnachten feiern wir, dass Gott selbst sich zum Kind macht, klein und ausgeliefert, zu einem von uns.

(Pater Josef Zauner SDB, Fulpmes)

Impuls zum Sonntagsevangelium Mk 10, 2-16

Über die Ehe und Ehescheidung
Da kamen Pharisäer zu ihm und fragten: Ist es einem Mann erlaubt, seine Frau aus der Ehe zu entlassen? Damit wollten sie ihn versuchen. Er antwortete ihnen: Was hat euch Mose vorgeschrieben? Sie sagten: Mose hat gestattet, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau aus der Ehe zu entlassen. Jesus entgegnete ihnen: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat er euch dieses Gebot gegeben. Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie männlich und weiblich erschaffen.  Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Zu Hause befragten ihn die Jünger noch einmal darüber. Er antwortete ihnen: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch. Und wenn sie ihren Mann aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.

Die Segnung der Kinder
Da brachte man Kinder zu ihm, damit er sie berühre. Die Jünger aber wiesen die Leute zurecht. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

 

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