Impuls am Sonntag

von Sabine Krasa zu Mk 9,30-37: Wer von uns ist der Größte?

Die Jünger sind von Jesus begeistert, haben alles liegen- und stehengelassen und sind ihm gefolgt. Er ist ihr Vorbild, sie wollen so sein wie er – denn er ist in ihren Augen einfach großartig! Wem von ihnen gelingt das wohl am besten?

Wenn mich eine Aufgabe so richtig packt, reizt es mich, mein Bestes zu geben, mich dafür einzusetzen, damit ich mein Ziel erreichen kann. Umso mehr, wenn ich davon überzeugt bin, dass es sich um eine gute Sache handelt, für die sich der Einsatz lohnt. Dafür will ich das Beste aus mir herausholen, über mich hinauswachsen, ähnlich wie Jesu Jünger, die für ihren Herrn „die Größten“ sein wollten und ihm mit all ihren Kräften nacheiferten. Einerseits waren sie von ihm begeistert, von seinen Ideen und seiner Lehre, andererseits wünschten sie sich auch sehr, von ihm anerkannt und gelobt zu werden, weil sie für ihn alles aufgegeben hatten.

Doch Jesus ist das nicht genug. Wenn wir ihm wirklich nachfolgen wollen, können wir das nicht allein, dann ist unser Platz nicht an der Spitze, sondern mitten unter unseren Mitmenschen. Was nützt es, wenn wir glauben, unseren Weg durchs Leben gefunden zu haben, aber andere davon ausschließen? Ein Satz aus der Predigt eines Salesianers in meiner Jugend war „Ein Christ ist kein Christ“.

Christsein bedeutet für mich, dass ich den Anderen nicht aus den Augen verlieren darf. Es bedeutet, auch Schwieriges anzunehmen, weil ich weiß, dass ich nicht alleine bin, aber auch, den Blick auf „das Kleine“ im Leben zu richten, wie etwa das Kind im Evangelium. Jeder Lichtstrahl, jedes Blatt eines Baumes, jeder freundliche Blick ist es wert, unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Für Jesus müssen wir keine Wunder vollbringen, um ihm nachzufolgen und nahe zu sein. Es reicht, die Menschen und Ereignisse im Leben anzunehmen und auf ihn zu vertrauen.
Klingt doch großartig!

(Sabine Krasa, Angestellte im Don Bosco Haus Wien)

Impuls zum Sonntagsevangelium Mk 9,30-37

Sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er belehrte seine Jünger und sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände von Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden das Wort nicht, fürchteten sich jedoch, ihn zu fragen.

Der Rangstreit der Jünger
Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

 

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