Impuls am Sonntag

von Sr. Ulrike Weiss zu Joh 10, 11-18: Ich bin der gute Hirt.
Foto: Markus Höllbacher

Als Religionslehrerin fällt mir seit meinen ersten Dienstjahren eines immer wieder auf: Erzählungen aus der Bibel wirken auf Kinder ganz anders als irgendwelche auch tiefsinnige Geschichten mit starkem Symbolgehalt.

Diese Beobachtung ist für mich bis heute ein geheimnisvolles Phänomen geblieben: Das Wort Gottes fasziniert, zieht an, es trifft mitten ins Herz, löst einen Widerhall - eine Resonanz aus. In ihm steckt die Eigenschaft, eine tiefe Sehnsucht zu wecken. Es schafft die Erfahrung einer Verbundenheit und Gemeinschaft – mit Gott selbst. Ja, es lässt tief im Herzen spüren: „Hier bin ich zuhause.“

Über diese besondere Wirkkraft des Wortes Gottes staune ich und rätsle ich manchmal auch. Vielleicht steckt im Evangelium nach Johannes eine Erklärung: Es ist das Wort „des einen Hirten, auf dessen Stimme die Seinen hören, weil sie ihn kennen und weil sie (zu) ihm „gehören“… (vgl. Joh 10,14-16).

Erahnen wir vielleicht im Wort Gottes unsere tiefe innere Verwandtschaft mit ihm selber, dem Vater, von dem wir kommen und zu dem wir einmal ganz heimkehren werden?

Wir dürfen uns „die Seinen“ nennen, wir gehören (zu) ihm.
Wir kennen ihn. Ja, seine Stimme ist uns vertraut, weil Er ja unser Ursprung ist. Den göttlichen Funken dieses Ursprungs tragen wir unauslöschbar in uns.

(Sr. Ulrike Weiss, Don Bosco Schwester, Salzburg)

Impuls zum Sonntagsevangelium Joh 10,11-18

Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

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