Impuls am Sonntag

von Sr. Gisela Porges FMA Joh 12, 20-33: fünfter Fastensonntag: In Verbundenheit leben

Herr, wir möchten Jesus sehen.
Zuerst fällt mir auf, dass in dieser Erzählung die Griechen, die Jesus suchen, nicht direkt zu ihm gehen. Sie sprechen Philippus an. Und auch dieser führt sie nicht direkt zum Herrn. Er geht zu Andreas. Zusammen suchen sie Jesus auf.
Ob wir Suchende sind oder ob wir schon Jünger geworden sind: niemand von uns geht allein zu Jesus! Willst du ihn kennenlernen? Such dir Gleichgesinnte und sucht ihn gemeinsam! Willst du ein Jünger sein? Dann sei dir bewusst, es gibt mit Jesus keine „Zweisamkeit“. Als Christen leben wir immer in Gemeinschaft. Mein Leben und Tun, mein Zeugnis hilft oder behindert andere auf ihrem Weg zu ihm.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.
Auf die Bitte, ihn sehen zu dürfen, gibt Jesus eine seltsame Antwort: er verweist auf das Kreuz! Auf das Leid. Auf den Tod.
Im Christentum geht es nicht so sehr um „sehen“, das heißt um Erkenntnis oder Erleuchtung, es geht um konkrete Nachfolge im Dienst am Nächsten. Wage ich es, meine Komfortzone zu verlassen? Für andere da zu sein? Als Freund, als Partner, als Elternteil? Als Ordensfrau oder Ordensmann? Nicht nur „etwas“ zu geben, sondern mich selbst zu verschenken?
Hingabe macht unser Leben nicht einfacher, aber reicher und glücklich!

Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen
Das Evangelium vom heutigen Sonntag ist sehr fordernd. Und doch sind es am Ende nicht wir, die durch Tun, Opfer und Hingabe zu Jesus gelangen können. Seine Nähe ist Geschenk. Er ist es, der uns an sich zieht. Und nicht nur uns, sondern alle! Das ist wirklich eine Frohe Botschaft. Im auferstandenen Christus werden wir alle vereint sein.

(Sr. Gisela Porges FMA, Salzburg)

Impuls zum Sonntagsevangelium, Joh 12, 20-33

Unter den Pilgern, die beim Fest Gott anbeten wollten, gab es auch einige Griechen. Diese traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.

 

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