Impuls am Sonntag

von Cornelia und René Möbius Evangelium Mk 1,40-45: Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe. Eine von vielen Heilungsgeschichten, die wir von Jesus kennen.

Eine von vielen Heilungsgeschichten, die wir von Jesus kennen. Markus bettet die Erzählung unter der Überschrift "Das Wirken Jesu in Galiläa" in mehrere Heilungsgeschichten ein. Immer wieder liest man, dass Jesu Wirken bekannt wird, sich sein Ruf verbreitet, er gesucht wird und dass das Jesus gar nicht so recht ist.

Und auch bei der Heilung des Aussätzigen verbietet Jesus dem Geheilten, dass er seine Heilung publik macht. Stattdessen schickt er ihn, ganz nach jüdischem Gesetz, zu den Priestern. Sie müssen seine Heilung, seine Wiederaufnahme in die Gesellschaft und religiöse Gemeinschaft bestätigen.

Und obwohl es Jesus anscheinend schon etwas nervt, dass er bei allen für seine Heilungen bekannt ist und das für Rummel sorgt, erbarmt er sich des Aussätzigen, hat er Mitleid mit ihm, handelt er als Gottes Sohn, sieht er die Hilfe für den anderen trotzdem als seinen Auftrag.

Was mir auffällt, ist das Vertrauen des Kranken in die Kraft Jesu und dass Jesus den Kranken berührt, seine Hand ausstreckt zu ihm, ihm nahe kommt gegen alle Konvention und Regel. Zurzeit sicher ein aktuelles Thema mit Corona: Wem kann ich mit welchen Maßnahmen wie nahe kommen, wen traue ich mich noch zu berühren, zu umarmen,... Eine Situation, wo wir schon seit Längerem spüren wie wichtig, wie selbstverständlich körperliche Nähe ist und wie heilend sie sein kann.

Das zweite ist für mich die Frage: Was hat sich dieser Jesus erwartet? Wenn er herumzieht, Menschen von körperlichen und seelischen Leiden heilt, wenn er Dämonen austreibt und Wunder tut... Hat er erwartet, dass keiner davon spricht, sein Wirken geheim bleibt, sich niemand wundert über seine Kraft? Ich denke nicht, dass Jesus so naiv war. Ich denke vielmehr, dass Jesus nicht auf die Rolle des Wunderheilers reduziert werden will, jemand zu dem man kommen kann und der dann magisch alles Leid von uns nimmt. Er will nicht nur in Notsituationen als Helfer auftreten, sondern uns in jeder Lebenslage zur Seite stehen und begleiten. Letztlich lädt er uns zu einem anderen Lebensstil ein. Ich sehe sein Wirken als ein Vorbild wie wir miteinander umgehen sollen, obwohl wir keine Wunderheiler sind.

Ich finde uns heute in beiden Personen der Geschichte wieder: wir sind eingeladen, dass wir uns berühren lassen von ihm, seiner Liebe und auch in Not auf ihn vertrauen; gleichzeitig gibt es auch seine Einladung, seinen Auftrag, dass wir die Not sehen, uns den Anderen zuwenden und sie aufrichten.

Jesus hat eine Botschaft für uns, die er auch, aber nicht nur in der Heilung des Aussätzigen sichtbar macht.
Dass der Aussätzige sich nicht an Jesu Vorgabe hält und überall sein Handeln verkündet, ist wohl eine andere Geschichte......

(Cornelia und René Möbius)

Impuls zum Sonntagsevangelium, Mk 1,40-45

Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen.  Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will - werde rein!  Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an und sagte zu ihm: Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat - ihnen zum Zeugnis.  Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

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