Impuls am Sonntag

von Pater Rudolf Osanger, Evangelium Joh 1,35–42: "Kommt und seht!"

Der Täufer Johannes lenkt den Blick seiner beiden Jünger auf Jesus, und unwiderstehlich fühlen sie sich von ihm angezogen. „Meister, wo wohnst du?“ Das ist nicht nur die Frage nach einer Adresse oder ein oberflächliches „Wie geht’s?“ Sie wollen ihn kennen lernen, das, was ihm wichtig ist, wie er denkt, welche Freunde er hat und wie er lebt. Mit großer Offenheit lädt Jesus sie ein: „Kommt und seht!“ - und sie kommen nicht mehr von ihm los. Ihr Leben verwandelt sich, sie werden Zeugen seiner Worte, seiner Taten, erleben seinen Tod und seine Auferstehung.

„Wenn Gott dich ruft, schreibt er dir nicht vor, was du zu tun hast. Sein Ruf ist zuallererst Begegnung“, sagte einmal Frère Roger Schutz, der Gründer der Mönchsgemeinschaft von Taizé.

Inzwischen durften unzählige Frauen, Männer, Jugendliche Begegnung mit Jesus erleben, seiner Einladung folgen: Kommt und seht! Sie haben erfahren, dass sich ihnen neue Wege öffnen, sie haben alte Lebenskonzepte umgeworfen und sich neue Ziele gesetzt. Viele haben dadurch ihre Berufung entdeckt, ihre Aufgabe in der Welt. Wie Andreas im Evangelium haben sie begonnen, anderen über Jesus und das Leben mit ihm zu erzählen, sich für andere einzusetzen. Wer Jesus begegnet, dessen Glaube bekommt Hand und Fuß.

„Der Ruf Gottes ist zuerst Begegnung.“ Don Bosco hat die Jugendlichen zu sich ins Oratorium eingeladen. Sie haben ihn kennen gelernt und miterleben dürfen, was ihn trägt und bewegt: die glühende Liebe zu den Menschen, vor allem zu den benachteiligten Jugendlichen. Und viele von ihnen wollten auch so sein wie er – das Geheimnis einer Begegnung, in der Gott handelt.

(Pater Rudolf Osanger SDB)

Impuls zum Sonntagsevangelium,Joh 1,35-42

Die ersten Jünger
Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger; und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm! Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo wirst du bleiben?  Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen's und blieben diesen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. Einer von den zweien, die Johannes gehört hatten und Jesus nachgefolgt waren, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte. Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels.

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