Impuls am Sonntag

von Ehepaar Maria-Theres und Andreas Welich zum ersten Adventsonntag, Evangelium Mk 13, 24-37: Jesus lädt uns ein, wachsam zu bleiben.

Wer hätte das gedacht? Wohl niemand von uns konnte sich vor einem Jahr vorstellen, wie sehr eine Pandemie unser aller Leben verändert und wie viel Leid dadurch entstehen würde: schwere Verläufe einer völlig neuartigen Krankheit, Einsamkeit für Erkrankte und Menschen in Alters- und Pflegeheimen, Angst um Beruf, Gesundheit und Zukunft, Angst um Familienangehörige die zur Risikogruppe gehören, und vieles mehr.

Covid-19 hat unser Land und weite Teile unserer Welt im Griff. Das Ende?
Im heutigen Evangelium spricht Jesus vom Ende und wie es aussehen wird. Er verwendet eine bildreiche Sprache.
Krankheit, Leid, Tod - eine Pandemie. Kann auch sie das Ende bedeuten?

Jesus lädt uns ein, wachsam zu bleiben. Er meint damit: bleibt aufmerksam, achtsam, alle Tage, alle Stunden eures Lebens, jeden Augenblick.
Wir lernen und erfahren gerade in dieser Zeit die Kraft der Wachsamkeit: in der unendlich großen Solidarität mit den Schwächsten unserer Gesellschaft, im Verzicht für Andere, im Tragen der Atemschutzmaske.
Mitten in unserer Zeit wächst gerade das Reich Gottes - weit über die Grenzen christlichen Lebens hinaus. Den Mund-Nasen-Schutz könnten wir sogar deuten als zutiefst christliches Symbol: Das Tragen aus Liebe zum Nächsten.

Jesus verwendete in Kontakt mit Menschen stets Bilder seiner Zeit. Vielleicht würde er heute sagen:
Auch wenn sich der Himmel verdunkelt und Corona viel Leid bringt. Es ist nicht das Ende. Liebt einander so, wie ich euch geliebt habe. Tut alles, damit die und der Nächste geschützt bleibt. Bleibt Wachsam. Ihr wisst nicht, wann der Herr kommt. Er will euch vorfinden in Aufmerksamkeit, Verständnis, Liebe und Verantwortung. Dazu gehört auch das Einhalten der Maßnahmen zum Schutz des Nächsten.

Das wichtigste Gebot ist die Liebe. Liebe soll über allem stehen.
Alle gegenwärtigen Maßnahmen und das weitgehende Einhalten derer lassen sich nur verstehen, weil sich die Liebe so tief in unserer Gesellschaft eingewurzelt hat.

Advent ist eine Zeit des Wartens und des Wachseins.
Knüpfen wir die Fäden der Liebe zu einem tragfähigen Netz, das uns weit über die gegenwärtige Pandemie hinaus verbindet. Jesus hat uns Christinnen und Christen in besonderer Weise dazu berufen.

Was zählt ist die Liebe. Was es braucht ist Beziehung.
Bleiben wir in liebevoller Beziehung miteinander und zueinander - so bleiben wir in Gott und Gott in unser aller Mitte.

( Maria-Theres und Andreas Welich )

Impuls am ersten Adventsonntag, Evangelium Mk 13,24-37:

Das Kommen des Menschensohnes:
Aber in jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen;
die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Macht und Herrlichkeit.
Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Der Nahe, aber unbekannte Zeitpunkt:
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. So  erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht, dass er nahe vor der Tür ist.
Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.

Aufforderung zur Wachsamkeit:
Gebt acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

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