Impuls am Sonntag

von Br. Günter Mayer zu Lk 19, 12-26: Eine Sache anvertrauen

Wenn man eine wichtige Sache anvertraut bekommt, reagiert man oft unterschiedlich. So mancher fühlt sich geehrt, dass man ihn dafür ausgesucht hat, ein anderer spürt die Last der Verantwortung, und so mancher wird sich denken, da mache ich gar nicht mit. Aber was ist, wenn ich gar nicht gefragt werde und ich bekomme die Verantwortung einfach zugeteilt und dann vielleicht noch gesagt: „Mache etwas daraus!“?

Im Gleichnis erzählt Jesus, dass zehn Diener vom König einen hohen Geldbetrag bekommen, mit der Erwartung ordentliche Profite zu machen. Natürlich hat ein jeder eine andere Vorstellung wie man Gewinne macht. Einer gibt sich zufrieden mit einem geringeren Zuwachs, ein anderer wiederum packt der Ehrgeiz und strebt nach einem größeren Erfolg. Ich glaube Jesus geht es im Gleichnis nicht um eine Gewinnmaximierung, auch wenn es auf dem ersten Blick so aussieht, sondern um Vertrauen.

Wenn jemand mir etwas anvertraut oder besser gesagt etwas zutraut, dann sind andere Werte gefragt als nur Profite. Da stehen Treue, Zuverlässigkeit, Miteinander und Wohlergehen des mir Anvertrauten im Vordergrund. Das verstehe ich als Gewinn, egal ob für Familie, Gemeinschaft, Schule oder Arbeitsplatz.

Jesus kalkuliert die Gewinne nicht mit den Ziffern, aber mit der Liebe, und wenn wir sein Geschäftsmodell der Nächstenliebe nachahmen, dann gibt es eine Gewinnausschüttung der anderen Art, oder anders ausgedrückt: „Jesus created for us a completely different start up model.“

(Br. Günter Mayer SDB)

Impuls am Sonntag, Evangelium Lk 19, 12-26:

Der Zöllner Zachäus in Jericho:

Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde für sich zu erlangen und dann zurückzukehren. Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme! Seine Bürger jedoch hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann über uns König wird. Und es geschah, als er die Königswürde empfangen hatte und zurückkehrte, da ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn sie bei ihren Geschäften erzielt hatten. Der erste kam und sagte: Herr, deine Mine hat zehn Minen eingebracht. Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein guter Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden. Der zweite kam und sagte: Herr, deine Mine hat fünf Minen eingebracht. Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen. Nun kam ein anderer und sagte: Herr, siehe deine Mine. Ich habe sie in einem Schweißtuch aufbewahrt; denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. Der König antwortete: Aus deinem eigenen Mund spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können. Und zu denen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm die Mine weg und gebt sie dem, der die zehn Minen hat! Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

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