Impuls am Sonntag

von Sr. Elisabeth Siegl zu Mt 25,1–13: Wofür "brenne" ich?

Wofür "brenne" ich?

Damit eine Öllampe brennen kann, muss sie mit Öl genährt werden. Ohne Öl ist die Lampe unbrauchbar. Ein starkes Bild für unser Leben: Wer oder was ist mein „Brennstoff“? Wodurch brenne ich? Wofür brenne ich? Wenn ich für diese Frage nicht wach bin, verschlafe ich das Leben.

Letztlich führt uns die Frage zur Sinnfrage des Lebens: Wodurch lebe ich überhaupt? Warum bin ich da? Wer hat mich in dieses Leben gestellt? Wo ist das Ziel? Als Christen dürfen wir daran glauben, dass wir kein Zufallsprodukt sind, sondern von Gott bewusst in dieser Welt gewollt sind, in unserer Einzigartigkeit geliebt und mit einzigartigen Gaben ausgestattet. Vielleicht kann die brennende Lampe genau das symbolisieren: Der Glaube an diesen lebendigen Gott, an das Gute, an die Liebe, an meine eigenen Gaben und Fähigkeiten, an ein Leben, das trotz mancher Schwierigkeiten gelingen kann, weil es einen tragenden Grund hat.

Jeder von uns "brennt" einzigartig!

Jeder von uns „brennt“ einzigartig, ist einzigartig beseelt und daher auch für die eigene Lebendigkeit selbst verantwortlich. Unser „Brennstoff“ ist nicht teilbar, so wie im Gleichnis die törichten Jungfrauen kein Öl von den klugen bekommen können. Aber wir können uns gegenseitig wachhalten mit der Frage nach der eigenen Lebendigkeit, mit der Suche nach Gott, der Liebe und dem Leben – einem Leben, das uns himmlisch in Aussicht gestellt wird.


(Sr. Elisabeth Siegl FMA)

Impuls am Sonntag, Evangelium Mt 25, 1-13:

Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug.
Die Törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die Klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.
Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!
Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch!
Während sie noch unterwegs waren, um es euch zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.
Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde. 

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