75. Geburtstag von Bischof Schwarz

Am Fronleichnamstag, dem 4. Juni 2015, beging Diözesanbischof Ludwig Schwarz SDB seinen 75. Geburtstag.
Der Jubilar und seine Gäste ließen die Feier bei Gesprächen und Begegnungen gemütlich ausklingen.

Am 5. Juni feierte der Jubilar im Linzer Priesterseminar sein Geburtstagsfest. Zum festlichen Gottesdienst um 11 Uhr in der Kapelle des Priesterseminars waren zahlreiche Angehörige, mehr als 50 Priester und Mitbrüder des Salesianerordens, Don Bosco Schwestern und zahlreiche andere Gäste gekommen.

Mit Bischof Schwarz zelebrierten sein Amtsvorgänger Bischof em. Maximilian Aichern, Generalvikar Severin Lederhilger, Bischofsvikar Dompropst Wilhelm Vieböck, der Provinzial der Salesianer Don Boscos P. Petrus Obermüller und Diakon Fridolin Engl. Am Beginn des Gottesdienstes dankte der Jubilar Gott für sein Leben, seine christliche Familie, für die Führung Gottes in den kirchlichen Dienst und für alle Mitarbeiter/innen, die ihm in der Diözese seit fast zehn Jahren zur Seite stehen. Die Festpredigt hielt Generalvikar Severin Lederhilger. Bei den Fürbitten wurden aktuelle Anliegen von Sozialbischof Schwarz thematisiert, etwa das Leid der Flüchtlinge oder die Bedeutung des freien Sonntags.

Mit anderen unterwegs in Vertrauen, Hoffnung und Liebe
In seiner Festpredigt blickte Generalvikar Severin Lederhilger zunächst auf den ereignisreichen Lebensweg des Jubilars zurück, der Ämter und Funktionen wie Lehrer und Pädagoge, Direktor und Ordensoberer, Priester und Bischof beinhaltet. Kennzeichnend für Schwarz‘ Biografie sei „ein in Gemeinschaft beschrittener Weg der Liebe“, zu dem der hl. Augustinus aufrufe. Mit den Schriften des hl. Augustinus hatte Schwarz sich im Rahmen seiner philologischen Studien intensiv auseinandergesetzt. Der Leitspruch von Ludwig Schwarz, „Dienet dem Herrn mit Freude“, verbinde ein gehorsames Hinhören auf Gottes Auftrag mit der hoffnungsfrohen Zuversicht des Glaubens, wie sie Bischof Schwarz eigen sei. In seinem Dienst für die ihm anvertrauten Menschen wisse sich der Diözesanbischof getragen und unterstützt: von der Familie, Mitbrüdern im Orden und den MitarbeiterInnen. Grundlage des bischöflichen Hirtendienstes von Ludwig Schwarz sei neben dem „Weg der Liebe“ die Freundschaft mit Christus und der Gehorsam gegenüber seiner kirchlichen Mission, so der Generalvikar.

Lederhilger betonte, die pädagogischen Grundprinzipien des hl. Don Bosco seien dem Salesianer Bischof Schwarz zu Leitworten des pastoralen Dienstes geworden: Vertrauen, Hoffnung, Liebe und Gemeinschaft. Bischof Schwarz gehe offenherzig auf Menschen zu, mit einem großen Vertrauensvorschuss, und glaube an das Gute im Gegenüber. Diese Grundhaltung wurzle im Vertrauen auf und im Glauben an den liebenden Gott, so Lederhilger. Getragen von Glaube und Hoffnung, habe sich Bischof Schwarz mehrmals auf „unvorhersehbare Abenteuer“ eingelassen, etwa auf seinen Ordenseintritt oder auf verantwortungsvolle Ämter und Aufgaben. Schwarz habe diese Aufgaben „angenommen in der Hoffnung, dass es schon recht wird – und es ist recht geworden.“ Denn: „Hoffnung ist mehr als bloßer Optimismus oder das Antrainieren positiver Gedanken. Sie übersteigt unser eigenes Vermögen, denn das Evangelium gibt uns eine Hoffnung, die zur Vollendung führt.“

Die Liebe als drittes Leitwort, so Lederhilger, habe ihren Grund in Gottes bedingungsloser Liebe zu den Menschen und erweise sich im gelebten Alltag: etwa im verständnisvollen Umgang und im geduldigen Gespräch. Bischof Schwarz mache bei seinen karitativen Begegnungen und sozialen Aufrufen immer wieder deutlich, dass er die Menschen gut leiden könne – was dazu führe, dass er bisweilen darunter leide, bei der Suche nach guten pastoralen Lösung nicht allen Seiten gleich gerecht werden zu können. Abschließend dankte der Generalvikar dem Jubilar für dessen unermüdlichen Einsatz in der Diözese Linz in den vergangenen zehn Jahren und wünschte ihm weiterhin ein gutes gemeinschaftliches Unterwegssein in Vertrauen, Hoffnung und Liebe.

Beherzter Einsatz für Fremde, Schwächere und Junge
Beim anschließenden Festessen stellten sich zahlreiche GratulantInnen mit Ansprachen und guten Wünschen ein. Den Auftakt machte Edeltraud Artner-Papelitzky, geschäftsführende Vorsitzende des Pastoralrats der Diözese Linz. Sie verwies in sehr persönlichen Worten auf die Zusammenhänge zwischen den Anliegen von Bischof Schwarz und seiner Biografie. Als Kind von Flüchtlingen habe er die schmerzhafte Erfahrung gemacht, dass in Wien die „Lagerkinder“ nicht so gern gesehen waren. Umso ausdrücklicher engagiere sich Schwarz für Flüchtlinge hier in Österreich und in der Weltkirche. Als Kind einer Arbeiterfamilie, die flüchten musste, wisse er, was es heißt, die Existenzgrundlage zu verlieren. „Aber dieser Erfahrung macht achtsam und verständnisvoll für jene, die an den Rändern der Gesellschaft leben“, so Artner-Papelitzky, die diese Erfahrung mit Bischof Schwarz teilt. Sein Einstehen für soziale Anliegen habe Schwarz nicht immer nur Lob eingebracht, was ihn aber nie davon abgehalten habe, für Schwächere einzustehen. Als drittes Herzensanliegen des Bischofs nannte Artner-Papelitzky das Engagement für Kinder und Jugendlichen „Sie strahlen immer, wenn Sie von solchen Begegnungen erzählen!“ Die Option für die Fremden, die Schwächeren und die Jungen seien drei Schwerpunkte, die Bischof Schwarz „mit Liebe“ lebe, so Artner-Papelitzky.

Die Vorsitzende des Pastoralrats dankte Bischof Schwarz für seine Gesprächsbereitschaft, für sein offenes Zugehen auf die Menschen und dafür, „dass Sie immer lieber auf das Verbindende als auf das Trennende schauen“. Sie habe ihn auch nach schmerzvollen Situationen nie nachtragend erlebt. Artner-Papelitzky würdigte Schwarz‘ Versuche, „in einer Welt voller Umbrüche Kurs zu halten und Sicherheit zu geben“. Bischof Schwarz habe dem Miteinander in der Diözese stets sein Vertrauen geschenkt, getragen von tiefem Gottvertrauen und einer geerdeten Spiritualität. „Ich danke Ihnen, dass Sie sich einlassen auf das Miteinander in unserer Diözese in ihrer Buntheit und Vielfalt, in ihrer Tradition und Innovation.“ Artner-Papelitzky würdigte Schwarz als jemanden, der Menschen Wertschätzung und Zuwendung zeige, kranke Menschen liebevoll besuche, ein aufmerksamer Gastgeber sei und andere mit seinem Humor aufheitere.

Mit Glück- und Segenswünschen stellten sich unter anderem Bischofsvikar Maximilian Mittendorfer, der Provinzial der Salesianer Don Boscos P. Petrus Obermüller, Diözesanfinanzkammer-Direktor Reinhold Prinz, Caritas-OÖ-Direktor Franz Kehrer und Missio-OÖ-Direktor Heinz Purrer ein. „Magic Priest“ Pfarrer Gert Smetanig überraschte den Jubilar mit einer „zauberhaften“ Einlage. Der Subregens des Priesterseminars, Michael Münzner, überreichte Brückenbauer Ludwig Schwarz als Geschenk eine Sonderausgabe der Seminarzeitschrift „Unsere Brücke“, die Glückwünsche von Regens Regens Johann Hintermaier, Subregens und allen Seminaristen enthielt. Als weitere Aufmerksamkeiten zum Geburtstag erhielt Bischof Schwarz Stärkungen für Leib und Seele.

Der Jubilar und seine Gäste genossen Grießnockerlsuppe, Rinderbraten mit Semmelknödeln und Blaukraut bzw. Schupfnudeln und Mousse au chocolat an Erdbeerspiegel und ließen die Feier bei Gesprächen und Begegnungen gemütlich ausklingen.

Lebenslauf Diözesanbischof Ludwig Schwarz
Ludwig Schwarz, am 4. Juni 1940 als erstes von neun Kindern in Pressburg geboren, verbrachte die ersten fünf Lebensjahre in Bruck an der Donau (Slowakei). Nach der Vertreibung aus der Heimat im Jahr 1945 lebte die Familie für mehrere Jahre in einem Barackenlager in Wien.

Mit 16 Jahren trat Ludwig Schwarz in den Orden der Salesianer Don Boscos ein. Er studierte nach dem Ordenseintritt Theologie in Klagenfurt und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern (Bayern). Er wurde am 29. Juni 1964 vom Augsburger Bischof Josef Stimpfle in Benediktbeuern zum Priester geweiht und kam als Kaplan in die Pfarre Don Bosco in Graz. Danach studierte er Klassische Philologie und Archäologie an der Universität Wien und war gleichzeitig Krankenhausseelsorger. 1970 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Von 1969 bis 1978 war er Rektor des Interdiözesanen Seminars für Priesterspätberufe in Horn, anschließend Provinzial der Österreichischen Salesianerprovinz mit Sitz in Wien.

1984 kam Schwarz nach Rom. Zuerst war er Direktor des internationalen Don-Bosco-Konvikts an der Päpstlichen Universität der Salesianer. Ab 1985 unterrichtete er an dieser Universität klassische und christliche Philologie. Ab 1993 war er Provinzial der Salesianer für Rom/Latium.

1999 ereilte Schwarz in Rom der Ruf des Nuntius, nach Wien zurückzukehren, um als Nachfolger von Abt Gregor Henckel-Donnersmarck in der Position eines Nationaldirektors den Österreich-Zweig der Päpstlichen Missionswerke/Missio zu leiten. Papst Johannes Paul II. ernannte Schwarz am 15. Oktober 2001 zum Titularbischof von Simidicca und Weihbischof in Wien. Die Bischofsweihe erfolgte am 25. November 2001 im Stephansdom. Am 6. Juli 2005 wurde Schwarz durch Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Linz ernannt. Die Amtseinführung erfolgte am 18. September 2005.

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