Die Katastrophe von Syrien

Don Bosco muss die Arbeit in Damaskus vorerst einstellen.
Das Don Bosco Zentrum in Damaskus. Foto: Don Bosco Missioni Torino/Ester Negro

Die Salesianer Don Boscos müssen ihre Aktivitäten in Damaskus vorerst einstellen. Verschiedene Wohngebiete und Straßen der Hauptstadt wurden von Granaten getroffen. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt stetig. Opfer sind vor allem Zivilisten.

Schon in der Vergangenheit hatte das Don Bosco Zentrum in Damaskus geschlossen - zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Sobald die Sicherheitslage sich verbessert, wollen die Salesianer die Einrichtung wieder öffnen. In Aleppo im Norden von Syrien sind die Salesianer weiter aktiv. Auch das Oratorium bleibt geöffnet. Kinder und Jugendliche können dort spielen und Sport treiben, auch ihre Eltern sind dort willkommen.

Katastrophale Lebensbedingungen in Aleppo
Die Sicherheitssituation in Aleppo im Norden Syriens hat sich verbessert, ist aber immer noch fragil. Die Bevölkerung steht nicht mehr unter Dauerbeschuss, aber die Lebensbedingungen sind katastrophal. "Es gibt kein Benzin oder fließend Wasser- und auch keinen Strom. Zudem herrscht ein Lebensmittelmangel. Die meisten Familien kämpfen jeden Tag ums Überleben und haben massive wirtschaftliche Probleme. Der Alltag ist für die Menschen nur schwer zu bewältigen", so Pater Pier.

 

Pater Pier Jabloyan, Direktor der Don Bosco Einrichtung in Aleppo, mit einer Mutter und ihrem Baby in Kafroun. ©Missioni Don Bosco/Ester Negro

Der Bevölkerung in Syrien fehlt es an allem

Die Bevölkerung in Aleppo spürt die Folgen des Bürgerkrieges am meisten. Pater Pier spricht von einer nie da gewesenen humanitären Katastrophe. Seit 2011 kämpfen bewaffnete Rebellengruppen gegen das Assad-Regime. "Der Bevölkerung fehlt es an allem: Lebensmittel, Strom, Trinkwasser, Gas und auch 'die Menschlichkeit' ist verloren gegangen. Dinge, die für uns normal sind, ein Handy an die Steckdose anzuschließen und aufzuladen sowie laufendes Wasser aus dem Hahn gibt es hier nicht."

Keine Zone in Aleppo ist sicher
Vor wenigen Wochen ist eine Granate auch im Garten der Salesianer explodiert. In der Nähe befanden sich 20 Personen. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Die Stadt ist vermint und überall kommt es zu Explosionen. Der Fußballplatz des Don Bosco Oratoriums hat viele große Löcher, verursacht durch Einschläge von Granaten.

Don Bosco Aktivitäten in Aleppo gehen weiter
Im Oratorium von Don Bosco gehen die Aktivitäten weiter zur großen Freude der Jugendlichen und ihrer Familien. Die Patres und die jungen Menschen blicken zuversichtlich in die Zukunft - trotz der schwierigen Lebensbedingungen. Die Angebote nach der Schule für Kinder und Jugendliche bleiben bestehen: Jungen und Mädchen aus der Umgebung spielen im Hof und können an Sportaktivitäten teilnehmen. Es findet auch Religionsunterricht statt. "Das sind Momente der Normalität, in einer Situation, die nicht normal ist", betont Pater Pier. "Es ist wichtig, den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass wir ihnen nahe und für sie da sind."

(Don Bosco Mission Bonn)

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