Gerechtigkeit geht

Das Themenfeld ist von den Ordensgemeinschaften in Österreich „eröffnet“.

Grundanliegen der vielfältigen Sozial- und Umweltinitiativen katholischer Ordensgemeinschaften ist es, "Zeichen zu setzen, dass eine gerechtere Welt möglich ist": Das haben Ordensleute und Verantwortliche von Sozialinitiativen dargelegt. Mit einem neuen Themenschwerpunkt "Gerechtigkeit geht!" wollen die Männer- und Frauenorden in den kommenden Wochen verstärkt auf ihr Wirken in den Bereichen Wirtschaft, Ökologie, Soziales und Internationales aufmerksam machen, neue konkrete Aktionen starten und dabei der Gesellschaft Impulse weitergeben.

EINEN Zugang und als Inspiration gibt es im Shalomkloster Pupping der Franziskaner: ZUM VIDEO 

Der Generalsekretär der Superiorenkonferenz der Männerorden, P. Franz Helm, beschrieb die Gegenwart als Zeitalter der Erschöpfungen: Die Ressourcen, das Klima, die Umwelt und die Natur seien ebenso in einer Krise wie der Mensch selbst. Folgen seien nicht nur Kriege, Hunger und die Flüchtlingssituation, sondern auch enorme Belastungen durch hohes Lebenstempo. "Viele Menschen bleiben übrig und haben nicht genug zum Leben", beobachtete der Ordensmann.

Der neue Ordens-Fokus solle zum Ausdruck bringen, "dass einerseits die Gerechtigkeit immer mehr abhandenkommt, aber auch, dass es durchaus Möglichkeiten für gelebte Gerechtigkeit gibt". Jesus sei es darum gegangen, allen Menschen ein "Leben in Fülle" und die Wahrung ihrer Würde zu ermöglichen, verdeutlichte P. Helm den gemeinsamen Ausgangspunkt. Die vielen Initiativen der Orden seien der Versuch, Christus nachzufolgen - "seine Botschaft heute zu leben, indem wir das gegenwärtig machen, worum es ihm gegangen ist", so der Steyler Missionar.

Steyler Schwestern gehen nach Athen
Die Provinzoberin der Steyler Missionarinnen, Sr. Hemma Jaschke, berichtete von der Entscheidung ihres Ordens, die erste Niederlassung in Griechenland zu eröffnen. Aus Betroffenheit über die Flüchtlingskrise habe die Versammlung der Provinzleiterinnen im vergangenen Herbst beschlossen, an einem Brennpunkt dieser Krise "ein Zeichen zu setzen". Am Dienstag brechen vier Schwestern vom Mutterhaus in Steyl nach Athen auf, wo sie in einem Haus des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS für Flüchtlingsfamilien eine neue Gemeinschaft gründen werden. Mit Sr. Ada Lick, eine pensionierte Krankenschwester und Hebamme, die zuvor jahrelang in Indonesien und Palästina auf Missionseinsatz war, ist auch eine Österreicherin beteiligt.

Als spezielle Aufgabe der Orden im Sozialbereich bezeichnete es Jaschke, "Zeichen zu setzen" und dabei "Gott spürbar und sichtbar zu machen". Immer wichtiger werde auch der Aspekt der Vernetzung und des Teilens des Lebens jenseits weltanschaulicher Grenzen. Bei ihren eigenen Einsätzen beim "Canisibus", der täglich Menschen in Not mit warmer Mahlzeit versorgt, beteiligten sich öfters auch gläubige Muslime, berichtete die Ordensschwester. "Das waren unsere besten Zivildiener." Inspirierend sei besonders die Zusammenarbeit mit jungen Menschen, "da sie sich oft durch einen sehr unmittelbaren Zugang zu anderen auszeichnen".

Gemeinsame Blickrichtung
Neben den vielfältigen Formen des Einsatzes einzelner Orden für eine "gerechtere Welt" gibt es auch zahlreiche gemeinsame Initiativen der Gemeinschaften. Ferdinand Kaineder, der Leiter des Medienbüros der Orden, zählte dazu u.a. die Beteiligung an der Kampagne "Christlich geht anders". Bei der Wirtschaftstagung der Orden am 30. und 31. Mai in Salzburg steht das "Wirtschaften im Sinne von Laudato si" im Mittelpunkt. Am 5. und 6. Juli beschäftigt sich eine Tagung im Grazer Franziskanerkloster mit dem Thema "Ökologisierung der Energieversorgung in kirchlichen Einrichtungen", und auch die "Fachtagung Weltkirche" in Stift Lambach (www.fachtagung-weltkirche.at) ist hier zu nennen: Die Teilnehmer begeben sich am 21. und 22. Juli unter dem Motto "Die Erde sind wir" gemeinsam mit Ordensleuten aus Afrika und Asien "auf die Suche nach der ökologischen Umkehr".

Informationen: www.ordensgemeinschaften.at

(KAP/red)

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