Für diese Kinder da sein

Ein Abend im Zeichen von Indiens Straßenkindern.

Father Noel Maddhichetty, Salesianer aus New Delhi, und Santosh Kumar Padibandla, Sozialpädagoge und Leiter des Straßenkinderzentrums Don Bosco Navayeevan aus Warangal, besuchten die Salesianer und die Don Bosco Partnerorganisation Jugend Eine Welt. Im Wiener Salesianum gab es am 27. Jänner 2017 einen Vortragsabend mit vielen Begegnungen.

„Ohne meine Frau Sunita hätte ich nicht zurückkommen können zu den Salesianern“, sagt Santosh (33), ausgebildeter Informatiker, der zusätzlich einen Abschluss in Sozialpädagogik hat und gerade ein Doktorat abschließt. Der zweifache Familienvater will in seinem Berufsleben etwas von dem zurück- und auch weitergeben, was ihn als Kind und Jugendlichen geprägt hat: die Heimat bei Don Bosco.
Mit zehn Jahren ist Santosh von zu Hause abgehauen, er führte drei Jahre lang ein Leben auf der Straße mit allen Tiefen, inklusive einem schweren Unfall, bei dem er einen Arm und ein Bein verloren hat. Die Optionen für sein Leben war, ein Bettler zu sein und zu bleiben oder die Chance bei den Salesianern das Angebot einer Ausbildung anzunehmen. Mit 13 ½ Jahren wurde er bei Don Bosco im Straßenkinderzentrum aufgenommen und Santosh hörte seinen Lehren gut zu. Er beschloss, zu lernen - eine richtige Entscheidung. Mit Disziplin schaffte er seine Abschlüsse, fand eine Arbeit und heiratete. Heute ist er glücklicher Familienvater und ein Vorbild, ein Role-Model im Straßenkinderzentrum, das er leitet.

Father Noel (58) ist sichtlich stolz auf den jungen Mitarbeiter, den er seit Jahren kennt. Der frühere Provinzial von Hyderabad koordiniert Sozialeinrichtungen des Ordens in 92 Städten in ganz Indien wie 100 Notunterkünfte, 117 Kinderheime und 233 Straßenschulen, um nur einige Zahlen zu nennen. Besonders dankbar ist er über die Volontärinnen und Volontäre aus Österreich, die sich mir so viel Engagement in den Projekten einbringen: „Ja, es ist eine win-win-Situation, denn die Straßenkinder lernen durch die Volonteers Neues wie andere Spiele und erfahren etwas über andere Länder wie Österreich. Sie bekommen eine andere Sichtweise und es tut ihnen gut, dass sich jemand um sie kümmert, sich für sie interessiert.“ Die Volontäre lernen eine andere Kultur kennen und merken oft, was ihnen im Leben wichtig ist.

Bei ihrer Besuchstour durch Österreich haben die beiden Gäste aus Indien Salesianerbischof Ludwig Schwarz getroffen, der Father Noel immer wieder unterstützt. Santosh war schon sehr neugierig, das ferne Land selber zu sehen, von dem ihm die Volontäre so viel erzählt hatten: „Ich habe zuerst das Eis gesucht und auf dem Land habe ich dann die Schneelandschaft entdeckt, von der ich schon Fotos gesehen habe.“ Ein Treffen hat Santosh besonders gefreut: „Ich habe Kathi wieder gesehen, die als Freiwilligenhelferin im Straßenkinderzentrum war, als ich ein Bub war.“

Sophie Lauringer

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