Für einen Kurswechsel

„Arbeit schaffen, Arbeit verteilen, Arbeitslosigkeit verringern“, lautet das Anliegen von Salesianerbischof Ludwig Schwarz.

Allein in Oberösterreich waren im November 2015 mehr als 50.000 Menschen ohne Beschäftigung – um fast 20.000 mehr als im Oktober 2008. Katholische Kirche in Oberösterreich, Arbeiterkammer Oberösterreich und Sozialplattform Oberösterreich fordern daher gemeinsam einen Kurswechsel auf dem Arbeitsmarkt. Bei einer Pressekonferenz formulierten Diözesanbischof Ludwig Schwarz und Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich und ÖGB-Vorsitzender, ihre Forderungen. 

„Arbeit ist Teil eines gelingenden, würdigen Lebens“
Ludwig Schwarz betonte, dass die steigende Arbeitslosigkeit der Kirche große Sorgen bereite. „In der Betriebsseelsorge oder auch in der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung nehmen wir den zunehmenden Druck auf arbeitslose Menschen wahr. Für viele ist es ein Schicksal, das menschliches Leid nach sich zieht – denn hinter jeder Zahl steht ein konkreter Mensch.“

Schwarz erläuterte, dass in der christlichen Soziallehre Arbeit, insbesondere die Erwerbsarbeit, wichtig für die Teilhabe und Integration in der Gesellschaft sei. „Menschen bringen sich in die Arbeit ein und verwirklichen sich ein Stück weit durch die Arbeit – das gehört zu einem gelingenden, würdigen Leben“, so der Diözesanbischof. Arbeit stifte Sinn, wie auch Papst Franziskus in seiner aktuellen Enzyklika „Laudato si“ betone. Der Papst in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“ (Die Freude des Evangeliums“): „In der freien, schöpferischen, mitverantwortlichen und solidarischen Arbeit drückt der Mensch die Würde seines Lebens aus und steigert sie.“

Arbeitslosigkeit müsse auf ein unvermeidbares Maß reduziert werden, denn „sie ist die ungerechteste Form der Arbeitszeitverkürzung“, wie Schwarz unterstrich. Er forderte mit dem Sozialethiker Hengsbach eine Verteilung der Arbeit, um einen Ausgleich herzustellen: zwischen arbeitslosen und überarbeiteten Menschen genauso wie zwischen prekär und hochbezahlten Beschäftigten. Ebenso müsse die Erwerbsarbeit und die Arbeit in der Privatsphäre zwischen Frauen und Männern besser verteilt werden. Darüber hinaus gelte es, die Betreuungsplätze in sozialen Einrichtungen aufzustocken, mit dem Ziel der persönlichen Stabilisierung und der nachfrageorientierten Qualifizierung.

Bischof Schwarz: „Es braucht eine Neuausrichtung unseres Wirtschaftssystems – nicht die Profitorientierung darf im Vordergrund stehen, sondern das System muss dem Menschen dienen. Es braucht einen Kurswechsel hin zu menschenwürdiger Arbeit, die ein gutes Leben für alle ermöglicht.“

(presse diözese linz)

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