Fokus Aserbaidschan

Salesianer sagen: "Die Ökumene ist besser als bei Nachbarn."

Großes Lob für den interreligiösen Dialog und die Ökumene in Aserbaidschan haben die dort tätigen Salesianer Don Boscos geäußert. Die Ökumene mit der Orthodoxie sei in dem Land am Kaspischen Meer besser als in der Nachbarschaft; viel verdanke man diesbezüglich dem aus der Slowakei stammenden Apostolischen Präfekten in Baku, P. Vladimir Fekete SDB, berichtete das Pressebüro der Slowakischen Bischofskonferenz aus Anlass des Papstbesuchs im Kauskasus vom Wochenende.

Der Pastoralbesuch von Papst Franziskus in Aserbaidschan hat nicht zufällig gerade in der Slowakei relativ viel Beachtung gefunden. So sprach die Zeitung "Sport" von einem "slowakischen Mittagessen für den Papst". Denn sieben der neun Salesianer Don Boscos, die die einzige katholische Pfarre Aserbaidschans betreuen, sind Slowaken. Der Salesianerpater Fekete erklärte dazu, der Besuch des Papstes im Jahr der Barmherzigkeit stelle "fürwahr ein großes und unerwartetes Geschenk" dar.

Missionsdelegat Stefan Kormancik, der schon seit 2001 in Baku ist - und damit praktisch seit der Rückkehr der katholischen Kirche in das Land am Kaspischen Meer nach 70 Jahren Kommunismus -, blickte in einem Interview im Internetportal saleziani.sk auf die Anfänge zurück. Nach fast drei Generationen kommunistischer Regierung hätten die Menschen "völlig ihre Wurzeln verloren". Alles jedoch habe sich nach dem Besuch von Papst Johannes Paul II. in Baku im Jahr 2002 "radikal geändert". Seither habe sich die Lage ständig verbessert, die Kirche sei "von den Menschen und der Regierung akzeptiert". Beim Bau der Kirche hätten "moslemische Unternehmer finanziell mitgeholfen, weil sie wollten, dass die Katholiken in Baku ihren Gebetsort hätten", so Kormancik.

Vom Papstbesuch gingen laut Missionsdelegat Kormancik drei Botschaften aus: Erstens konnte die Welt mehr über Aserbaidschan erfahren, "einem multikulturellen und multireligiösen Land, wo Unterschiede glücklicherweise koexistieren". Dann hätten die Einheimischen die katholische Kirche und die Arbeit der Salesianer in der Gesellschaft besser kennen lernen können. Drittens gebe es die Hoffnung - so Kormancik - , dass der Papstbesuch "kleine Schritte hin zum Frieden in der nach wie vor ungelösten Frage von Berg-Karabach in Gang setzt".

(kathpress)

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