Flüchtling sein im Nirgendwo

Die Don Bosco Mission Bonn mit einer Reportage aus dem Flüchtlingscamp in Kenia.

"Ich habe meine ganze Familie verloren, meine Brüder, meine Eltern. Sie wurden alle umgebracht. Was Menschen mit Menschen machen, ist grausam und unvorstellbar", so ein junger Sudanese im Flüchtlingslager von Kakuma.

Kakuma, das heißt in der Swahili-Sprache "Nirgendwo". Das Camp ist eines der größten Flüchtlingslager der Welt Mehr als 190.000 Flüchtlinge leben aktuell in der Wüste Turkana, im Nordosten von Kenia. Die Hälfte von ihnen ist jünger als 17 Jahre. Viele Kinder und Jugendliche sind im Flüchtlingslager aufgewachsen. Aus dem provisorischen Lager ist in den Jahren eine Stadt geworden. Eine Stadt, die keine sein darf. Die kenianische Regierung plant das Lager nächstes Jahr zu schließen. Die Bewohner sind verzweifelt, da sie nicht wissen, wo sie hingehen sollen. In ihren Heimatländern herrschen Kriege, Terror und Hungersnöte.

Die Salesianer sind schon seit Gründung des Lagers im Jahr 1992 in Kakuma präsent. Sie leben mit den Flüchtlingen mitten im Camp und bieten Berufsbildungskurse an. So erlernen junge Flüchtlinge in den Werkstätten der Salesianer einen Handwerksberuf - wie Elektriker, KFZ-Mechaniker oder auch Schreiner. Zudem bieten die Salesianer Computerkurse an und Englischunterricht. Im Savio Club werden rund 1.000 Kinder und Jugendliche nachmittags bei den Hausaufgaben betreut und können spielen. Zudem gibt es ein großes Jugendzentrum, das vor allem am Wochenende von vielen Jugendlichen besucht wird. Das Zentrum ist ein riesiger Bolzplatz, der zum Spielen einlädt. Mitten im Camp befindet sich auch die Pfarrei der Salesianer.

Pater Jose Padinjareparampil SDB leitet zurzeit das Don Bosco Camp in Kakuma: "Die Nachricht, dass das Flüchtlingscamp geschlossen werden soll, hat vielen Menschen hier Angst gemacht. Später hieß es jedoch, die kenianische Regierung schließe nur das Flüchtlingscamp in Dadaab. Wir sind froh, dass wir unsere Arbeit fortsetzen können."

Viele Flüchtlinge sind schwer traumatisiert. Kinder und Jugendliche haben ihre Eltern verloren oder wurden selbst Opfer von Gewalt. Die Salesianer hören den Betroffenen zu und sind für sie da. Ein Stück Hoffnung im "Nirgendwo".

(Don Bosco Mission Bonn)

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