„Familiensynode - was nun?“

Viertes und letztes "Glaubensgespräch am Kamin" mit Józef Niewiadomski - Schwester Johanna Götsch berichtet.
Univ. Prof. Dr. Jozef Niewiadomski

"Wer dem lieben Gott ins Fenster geschaut hat, langweilt sich nicht; er ist glücklich.“ Das war der Satz, den Józef Niewiadomski damals als Programm an den Anfang seiner Vorlesetätigkeit als Dogmatiker in Innsbruck gestellt hat.

Seitdem öffnet der bekannt Dogmatiker und em. Dekan der Theol. Fakultät in Innsbruck Fenster und Türen des Glaubens nicht nur für die Studierenden, sondern für alle Suchenden und im Glauben ringenden Menschen. Er schaut hinein ins Leben der Menschen, er schaut nicht weg, er beobachtet kritisch und scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen.

Das vorliegende Schlussdokument der Familiensynode ist für Niewiadomski eher enttäuschend ausgefallen. „Beinahe hätte es eine Sternstunde gegeben. Doch leider mutierte diese vorläufig zur Sternschnuppe.“ Bekanntlich darf man sich bei dieser etwas wünschen … Mehr Mut in der Kirche wünscht sich Niewiadomski und kreative Wege, damit die Menschen zum Ziel finden, das der Herrgott für alle Menschen vorgesehen hat, für alle, auch für jene, die die katholische Kirche verlassen haben oder dem nicht folgen können, was diese in ihren Lehrmeinungen vorschlägt:
„Die Bischöfe sollten von der Logik des GPS lernen. Auf einer Fahrt gibt es unzählige Möglichkeiten, sich zu verirren. Trotz klarer Anweisungen des GPS kann man sich immer wieder verfahren. Drehen sie, wenn es möglich ist, um! - ertönt es dann aus dem Lautsprecher. Tun wir das nicht, sucht das System in kürzester Zeit einen neuen Weg zum alten Ziel. Wenn sich nur das kirchliche Lehramt und auch die kirchliche Disziplin sich dieser Logik bedienen würde! Mut ist gefragt - nicht nur Barmherzigkeit!“

Es war ein sehr spannender Abend. Auf mutige Fragen folgten genau so mutige Antworten.
Em. Erzbischof Kothgasser saß ebenso unter den aufmerksamen Zuhörern, wie unser jüngster Teilnehmer Jonas mit seinen zwei Monaten.

Wir durften die Reihe der Kamingespräche abschließen mit einem Theologen und Priester, bei dem die Freude am Glauben greifbar ist, der keine knöcherne Dogmatik vertritt, der Brücken bauen möchte von den ganz unterschiedlichen Milieus der gegenwärtigen Gesellschaft hin zum Lebensraum Kirche.

Sr. Johanna Götsch

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