Entscheidung für ein Leben als Salesianer

Freude in der deutschen Provinz: Bruder Mike Goldsmits legte seine Ewige Ordensprofess ab.
„Als Ordensmann habe ich die Freiheit und die Zeit, ganz für die Jugendlichen da zu sein.“

Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Salesianerbruder Mike Goldsmits (39) legte am Samstag, 9. Juni 2018, in der Klosterkirche Heiligenstadt vor seinem Ordensoberen Provinzial Pater Reinhard Gesing seine Ewigen Gelübde als Salesianer Don Boscos ab.

Mit dem Versprechen der Ewigen Profess entschied er sich für eine lebenslange Zugehörigkeit zur Ordensgemeinschaft und verpflichtete sich zu den sogenannten Evangelischen Räten – Gehorsam, Armut und ehelose Keuschheit – sowie dem Ordensziel der Salesianer Don Boscos: dem Einsatz für junge Menschen: „Ich empfinde es als großes Glück, dies als Salesianer Don Boscos tun zu dürfen“, erklärte er. „Denn als Ordensmann habe ich die Freiheit und die Zeit, ganz für die Jugendlichen da zu sein.“

Provinzial Pater Reinhard Gesing stellte in seiner Predigt die salesianische Ordensberufung nach dem Vorbild Jesu im Emmausevangelium als Weggemeinschaft mit jungen Menschen vor. 

Das Miteinander mit den Mitbrüdern in der Ordensgemeinschaft und Mitgliedern der Don Bosco Familie sollten ihn für diesen Weg stärken. Die drei Gelübde geben dem salesianischen Ordensleben, so der Provinzial, ihr spezifisches Gepräge: Der Gehorsam bedeute, unterwegs in den lauten und leisen Rufen der jungen Menschen den Willen Gottes zu entdecken. Die Armut solle helfen, sich nicht mit zu viel Reisegepäck zu beladen, um gerade den jungen Menschen beistehen zu können, die in ihrem Leben schwere Lasten zu tragen haben. Und das Gelübde der ehelosen Keuschheit will dazu helfen, mit ganzem Herzen aus Gottes Liebe zu leben, um diese den jungen Menschen zu bezeugen, besonders denen, die am Rande stehen und sich kaum trauen mitzugehen.

Bruder Mike Goldsmits: "Ich setze in erster Linie auf Beziehungsarbeit."

So möchte ich leben und arbeiten

Mike Goldsmits Interesse, christliche Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen und vor allem mit Jugendlichen zu arbeiten, zeigte sich bereits in seiner Jugend. Seit 1989 engagierte er sich bei der Malteser Jugend Dormagen und ließ sich 1996 zum Jugendgruppenleiter ausbilden. Während einer der Ausbildungskurse stieß er zum ersten Mal auf das Leben und Wirken Don Boscos. Vier Jahre später machte Mike Goldsmits ein pädagogisches Praktikum in der Jugendbildungsstätte Don Bosco Jünkerath in der Eifel. Bestärkt durch diese Erfahrungen fing er 2001 an, Soziale Arbeit zu studieren. Anschließend folgten berufliche Anstellungen als Bezirkssozialarbeiter in Wuppertal, Jugendreferent in einer katholischen Kirchengemeinde sowie in der Katholischen Jugendfachstelle Düsseldorf.

Mike Goldsmits ging in seinen Aufgaben auf. Doch gleichzeitig merkte er, dass der Beruf des Sozialarbeiters ihn nicht vollkommen ausfüllte, dass er sich explizit im Geist Don Boscos engagieren wollte. Er begann 2011 sein Noviziat in Pinerolo (Italien). In dieser Zeit festigte sich seine Entscheidung, Salesianer Don Boscos zu werden, und er legte am 8. September 2012 seine zeitliche Ordensprofess ab. 

Nach seiner zeitlichen Ordensprofess arbeitete der Sozialpädagoge vier Jahre lang im Jugendhilfezentrum Don Bosco Sannerz (Hessen); seit 2016 ist er im Kinder- und Jugendschutzdienst der Villa Lampe in Heiligenstadt im Einsatz. Zu seinen Aufgaben gehört u.a., mit Schulklassen über Gewalt- und Mobbingprävention zu sprechen, Lehrer und Erzieher zu beraten, Familien zu besuchen, für Kinder in Not da zu sein. „Ich sehe mich nicht nur in der Rolle des Organisators, sondern setze in erster Linie auf Beziehungsarbeit“, so Goldsmits. Der klassischen kirchlichen Jugendverbandsarbeit ist er ebenfalls treu geblieben: Seit 2017 ist Mike Goldsmits als ehrenamtlicher geistlicher Leiter der Kolpingjugend im Bistum Erfurt aktiv.

Der 39-Jährige fühlt sich dazu berufen, Salesianerbruder zu sein: „Als Bruder habe ich das Gefühl, besonders nah dran zu sein an meiner Zielgruppe – noch stärker, als ich das als Priester wäre. So möchte ich leben und arbeiten, mitten unter den Jugendlichen.“

(Presse SDB Deutschland, Fotos: Katharina Hennecke/Don Bosco)

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