Eine Option fürs Leben

Salesianerprovinzial Thathireddy Vijaya Bhaskar SDB aus Hyderabad/Indien besuchte Österreich.
Freude bei der Begegnung in Wien: Father Thathi und Provinzial Pater Petrus Obermüller vor dem Porträt Don Boscos.

Pater Thathireddy Vijaya Bhaskar, genannt Father Thathi, ist seit August der fünfte Provinzial der indischen Provinz Hyderabad. Der 42-Jährige, hat in Rom an der Salesianeruniversität studiert und wurde 2003 zum Priester geweiht. Der vielseitig begabte Salesianer war in seiner Heimat Delegierter für Soziale Kommunikation, baute Zentren für Straßenkinder auf und ist Mitglieder der Jugendpastoralkommission der Salesianer auf Weltebene.

Pater Thathi verbringt diesen Dezember in Europa: Einerseits für den Einführungslehrgang der neu ernannten Provinziale, anderseits zum Besuch von Projektpartnern in Deutschland und Österreich. Im Interview erzählt er über die Arbeit seiner Provinz, die ganz anders ist als in Europa, aber vom gleichen Charisma geprägt ist: Don Bosco unterstützt junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben.

Pater Thathi, was sollten Menschen über Ihre Heimat Hyderabad in Indien wissen?
Unsere Provinz besteht seit 1992. Wir sind 193 Mitbrüder, davon 65 in Ausbildung. Wir haben zwölf Schulen, drei Colleges und acht Zentren für Straßenkinder – allein hier haben wir insgesamt 100.000 Kinder betreut. Dann gibt es noch Salesianerpfarren und die Mission. Ich selber stamme aus einer katholischen Familie. Meine Vorfahren wurden 1711 von einem französischen Jesuitenpater getauft. Aber wir sind natürlich eine Minderheit.

Wo liegt der Fokus der Arbeit der Salesianer in Ihrer Provinz?
Wir haben in Hyderabad drei Schwerpunkprojekte: Das ist einerseits das „Skill Training“. Das ist ein dreimonatiger Kurs in verschiedenen Fachbereichen wie Gastronomie, Büroarbeit, EDV oder Schneiderei. Für die Bewerbung auf dem Arbeitsmarkt ist einer dieser „Trainings“ sehr wichtig. Dann haben wir ein Programm, um Frauen bei „Start up“-Gründungen zu helfen und ganz neu ist unser „Child Club“. An 500 Schulen vermitteln wir 40.000 Kindern ihre Rechte, die ja festgeschrieben sind in der UN-Kinderrechtskonvention. Das ist besonders wichtig, denn sie müssen wissen, welche Rechte sie haben. Wir wollen schließlich, dass sie später verantwortungsbewusste Erwachsene werden.

Die Gemeinschaft der Mitbrüder in Indien ist ein wichtiger Teil der Kongregation mit 2.700 Salesianern. Warum sind Sie Salesianer geworden?
Ich habe eine Medienausbildung absolviert und einen Kurzfilm über Berufung gedreht. Er heißt „Die Reise“ und darin wird ein wenig im Stil von Bollywood-Filmen erzählt, dass eine junge Inderin einem Burschen ihre Liebe gesteht. Sie fährt dazu nach Turin, denn er ist bereits Salesianer und dann erzählt er ihr, warum, er Priester werden will und warum er Salesianer ist. Dazu zeigt er ihr die Orte Don Boscos. Und so kann ich auch meine Berufung erklären: Priester zu sein und die Arbeit für die Jugend, ist eine Option fürs Leben.
Pater Thathi, wie verbringen Sie Weihnachten?
Ich werde in Rom sein und die Mette mit Papst Franziskus im Vatikan feiern. Am 27. Dezember kehre ich zurück nach Indien.

(red)

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