Ein Hauch des Heiligen Geistes

Die Salesianer in Ecuador freuen sich auf Papst Franzikus.

Wenn der Papst nach Südamerika kommt, werden ihm nicht nur die hoffnungsvollen Augen zahlreicher junger Menschen folgen, sondern auch die vieler Straßenkinder.

In den Großstädten Ecuadors beispielsweise leben Tausende Kinder auf der Straße: Sie putzen Autofenster oder Schuhe, verkaufen Zeitungen, jonglieren an Straßenkreuzungen, betteln oder lungern einfach nur herum. Mit Unterstützung von Jugend Eine Welt führen die Salesianer Don Boscos in fünf Großstädten – Ambato, San Lorenzo, Esmeraldaas, Santo Domingo und Quito – das Projekt „Chicos de la Calle“ (Kinder der Straße) durch, das bereits mehr als 2.300 Kinder von der Straße wegholen konnte. Derzeit werden rund 5.000 Kinder und Jugendliche betreut.

Salesianerbruder Robert García, Koordinator von „Chicos de la Calle“, berichtete bei einem Wienbesuch bei der Don Bosco Partnerorganisation Jugend Eine Welt von den Gründen, die Kinder in Ecuador auf die Straße treiben und wie es den Salesianern Don Boscos gelingt, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. So wird aufsuchende "Streetwork" mit einem breiten Angebot von Freizeitaktivitäten wie Fußball, Straßenzirkus oder Tanzen verbunden. Das modulare, flexible Don Bosco-Schulsystem erleichtert auch SchulabbrecherInnen den Wiedereinstieg. Und wer bereit ist, sich auf eine Berufsausbildung einzulassen, wird bis zum ersten Job und darüber hinaus liebevoll begleitet.

Große Hoffnung setzt Bruder Robert auf Papst Franziskus und die Familiensynode der katholischen Kirche: "Der Hauptgrund, warum in Ecuador so viele Kinder auf der Straße sind, ist das Zerbrechen der Familien bzw. die ausufernde Gewalt in vielen von ihnen. Kirche und Gesellschaft müssten sich viel intensiver um die Familien kümmern", ist der engagierte Salesianerbruder überzeugt. "Niemand macht ein Studium, um Vater oder Mutter zu sein. Doch eine gute Vorbereitung auf das Elternsein ist wichtig, damit die Familie Erfolg hat. Menschliche Bildung, christliche Bildung, die Verankerung von Werten, damit es nicht zu Untreue, Aggression und Gewalt in der Familie kommt. Darum arbeiten wir regelmäßig mit den Familien von Kindern, die viel Zeit auf der Straße verbringen und laden sie zum Gespräch ein. Manchmal geben wir auch Kleinkredite an Familien, die sonst von niemandem Geld bekommen können, damit sie wirtschaftlich vorankommen. Wir sind überzeugt: Wenn die Eltern bessere Einkünfte haben, sind viele Kinder nicht mehr auf der Straße. Und jedes Kind in unseren Projekten muss zur Schule gehen, denn als Salesianer sind wir überzeugt: Bildung ist der einzige Weg aus der Armut. Wir müssen den jungen Menschen unser Bestes geben, damit sie die Armut überwinden. Auf der ganzen Welt. Und wir wollen arm für die Armen sein – so wie das Don Bosco wollte, dessen 200. Geburtstag wir im August feiern.“

Auf den Besuch von Papst Franziskus freuen sich alle, die am Don Bosco Projekt „Kinder der Straße“ beteiligt sind, schon seit Monaten: „Er ist Lateinamerikaner, er ist einer von uns!“ so Bruder Robert. „Wir beobachten, dass viele Menschen wieder in die Kirche zurückkommen, die schon weit weg waren, seit er Papst ist. Es geht nicht so sehr darum, dass er viel Neues bringt oder sagt, sondern darum wie er es sagt und um sein eigenes Zeugnis. Papst Franziskus ist ein guter Hirte und wir sind glücklich, dass er zu uns kommt. Das ist wie ein Hauch des Heiligen Geistes.“

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …